Chorleiter sucht Sänger für Weihnachtsoratorium

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Chorleiter Moritz Müller braucht noch Verstärkung für sein Chorprojekt in der Kirche St. Nikolaus in Veringenstadt.
Chorleiter Moritz Müller braucht noch Verstärkung für sein Chorprojekt in der Kirche St. Nikolaus in Veringenstadt. (Foto: Gabriele Loges)
Gabriele Loges

Der katholische Kirchenchor St. Nikolaus aus Veringenstadt wird Ende des Jahres das Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saëns aufführen. Chorleiter Moritz Müller sucht für das Projekt mit Chor und Orchester noch Sängerinnen und Sänger. Ab Juli wird an sechs Samstagen und außerhalb der normalen Kirchenchorprobe das Werk einstudiert. Das Konzertprogramm runden zwei Kantaten von Felix Mendelssohn-Bartholdy und Gabriel Fauré ab.

Zum ersten Mal wagt sich der Student der Musikhochschule Stuttgart an ein Chorprojekt in Verbindung mit einem Orchester heran. Zusammen mit Pfarrer Hubert Freier hat Moritz Müller, der neben dem Studium zwei Chöre in Veringenstadt leitet, abgestimmt, welches Werk sich eignet. Vor einigen Jahren wurde bereits das Weihnachtsoratorium von Bach aufgeführt. Jetzt sollte es etwas Neues sein. Über seinen Professor für Chorleitung, Denis Rouger, lernte Müller das „Oratorio de Noël“, wie das Stück, das auf Latein geschrieben ist, im Original heißt, kennen. „Es ist sehr schön“, sagt Müller. „Ich habe es gerne gesungen. Außerdem ist es nicht so schwierig.“

Das inzwischen in Deutschland beliebte Werk wird vierstimmig gesungen. Im ersten Teil der Probe werden die Stimmen getrennt, aber parallel einstudiert. Die anderen Chorleiter der Seelsorgeeinheit unterstützen Moritz Müller bei den Stimmproben: Volker Bals und Markus Mauz übernehmen je eine Stimme, die anderen beiden übernehmen Müller und ein Studienkollege von der Hochschule.

Lob für die Akustik in der Kirche

Auch das Orchester setzt sich überwiegend aus rund 20 Kommilitonen der Musikhochschule zusammen. Erst nach den sechs Chorproben und kurz vor dem Konzert werden Chor und Orchester zusammen dirigiert. Müller ist optimistisch, dass das dann gut harmoniert: „Es gab schon viel Lob für die gute Akustik in der Nikolaus-Kirche.“

Weil das „Oratorio de Noël“ nicht lang genug für ein Konzert ist und zudem schon Streicher und Harfe dafür benötigt werden, suchte Müller nach ergänzenden Stücken. Er wählte zum einen die Choralkantate „Verleih uns Frieden gnädiglich“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy aus, die mit Streichern und Bläsern aufgeführt wird, zum anderen die „Cantique de Jean Racine“ von Gabriel Fauré, die neben dem Chor Streicher, Bläser und Harfe vereinen kann. Letztere wird auf Französisch gesungen. Müller ließ sich dabei von Denis Rouger inspirieren: „Mein Professor wird mich bei der Umsetzung unterstützen, sein Großvater kannte Fauré noch persönlich.“ Rouger leitete vor seiner Professur den Chor in Notre-Dame und war Kapellmeister in der Pariser Kirche „Madeleine“. Dort führte Saint-Saëns sein Weihnachtsoratorium 1858 zum ersten Mal auf.

Spielraum für Interpretationen

Wie er das „Oratorio de Noël op. 12“, das Saint-Saëns mit 23 Jahren komponierte, umsetzen wird, weiß Müller noch nicht bis ins letzte Detail: „Das Stück ist eigentlich sehr romantisch und lyrisch, aber das ‚warum toben die Nationen‘ gibt viel Spielraum für weitere Interpretationen.“ Er freue sich bereits auf die Proben. Auch Franziska Stadler, die im Kirchenchor mitsingt, ist zuversichtlich: „Es ist zwar eine große Herausforderung, aber wenn er denkt, dass wir das schaffen, schaffen wir das.“

Der gesamte Kirchenchor mit 27 Sängern macht beim Chorprojekt mit. Doch für die Umsetzung brauche man die doppelte Stärke. „50 bis 60 wären gut, aber es können natürlich mehr Stimmen sein“, sagt Müller. Demnächst werde ein Flyer mit allen Informationen verteilt, der hoffentlich viele Sängerinnen und Sänger anspreche. Gleichzeitig sucht er noch Sponsoren.

Die Proben finden blockweise an folgenden Samstagen statt: 6. Juli, 27. Juli, 21. September, 26. Oktober, 23. November und 21. Dezember. Die Generalprobe mit Orchester ist am 27., die Aufführung am 28. Dezember. Geprobt wird im Edith-Stein-Haus neben der Kirche in Veringenstadt. „Jeder kann mitsingen“, sagt Moritz Müller. „Und selbst wenn eine Probe nicht besucht werden kann, weiß man, dass man von den anderen Stimmen mitgetragen wird.“

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