Burgmauer soll ab 2019 beleuchtet werden

Lesedauer: 6 Min
Redakteur Alb/Lauchert und Pfullendorf

Knapp zehn ehrenamtliche Helfer haben in Veringenstadt das erledigt, wofür dem städtischen Bauhof schlichtweg die Kapazitäten fehlen: Mit Sägen, Heckenscheren und weiteren Werkzeugen befreiten sie die historische Burgruine von Sträuchern, Büschen und Gestrüpp. Im Grunde gibt es aber so viel zu tun, dass auch mit freiwilliger Unterstützung nur ein Bruchteil zu schaffen ist. Dennoch wird die Burg Veringen ab dem kommenden Jahr in ein ganz besonderes Licht gerückt.

Schon häufiger hatten ehrenamtliche Helfer auf dem Gelände rund um die Burgruine zu den Gartengeräten gegriffen. Besonders in Erinnerung geblieben ist zum Beispiel die 72-Stunden-Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend, bei der der Hang in Richtung Süden freigeschnitten wurde. Das ist allerdings schon 15 Jahre her.

Historienspiel mit Folgen

Zuletzt waren es Privatleute und Historienschauspieler aus Veringenstadt, die Sträucher, Büsche und Gestrüpp zurückschnitten. „Ähnliche Aktionen haben wir schon 2014 und 2016 durchgeführt“, sagt Harald Branz, einer der knapp zehn Helfer. Anlass für sie, jetzt wieder aktiv zu werden, war Erwin Zillenbillers Historienspiel „Stadtgründung“ im Juli. Dabei saßen die Zuschauer auf der Freilichtbühne – wie üblich – mit dem Blick in Richtung Innenstadt. „Aber leider war die tolle Kulisse gar nicht mehr richtig zu sehen“, sagt Harald Branz. „Deshalb haben wir uns gesagt: Wir müssen etwas tun!“

Am Samstag, 20. Oktober, machten sich die freiwilligen Helfer ans Werk. „Links und rechts vom Eingangsportal war der Bewuchs so stark, dass die massive Burgmauer kaum noch zur Geltung kam“, sagt Harald Branz. Allerdings gehe es auch um mehr als die reine Optik. „Problematisch sind vor allem Sträucher, die sich am Mauerwerk verwurzeln“, sagt Branz. „Durch sie drohen Schäden und hohe Renovierungskosten – beispielsweise, wenn Wasser in den Felsen eindringt.“ Deshalb wollen die Helfer demnächst noch einmal die Feuerwehr um Hilfe bitten: Mit deren Leiter wollen sie auch die Sträucher entfernen, die sie am 20. Oktober wegen der enormen Höhe nicht erreichten. Mit dem Ergebnis ihrer Pflegeaktion sind Harald Branz und seine Mitstreiter aber erst einmal zufrieden. „Die Burganlage ist ringsum wieder begehbar und besser sichtbar gemacht worden.“

Jetzt hofften die Beteiligten darauf, dass die Stadtverwaltung den Status quo erhält. Dafür, sagt Bürgermeister Armin Christ, tue sie ihr möglichstes. „Wir tun, was wir können“, sagt Christ. Allerdings sei es nötig, Schwerpunkte zu setzen. „Es gibt so viel zu tun, dass das Ergebnis nicht immer an allen Stellen zufriedenstellend sein wird.“ Generell lobt der Bürgermeister das ehrenamtliche Engagement. „Die Aktion zeigt die Verbundenheit mit der Stadt“, sagt Christ. „Die Beteiligten fordern nicht nur etwas, sondern bringen sich auch selbst ein.“

Gefahr von Steinschlag

Eine Anregung kann der Bürgermeister aber trotzdem nicht umsetzen: das Entfernen von Sträuchern und Büschen in Richtung Harthauser Straße. „Wir würden uns wünschen, dass die Burg auch von dieser Seite besser zu sehen ist“, sagt Harald Branz. Doch es wird wohl beim Wunsch bleiben: „Durch die Bearbeitung würden wir die Gefahr von Steinschlag auf die Straße erhöhen. Dieses Risiko wollen wir lieber nicht eingehen“, sagt Armin Christ. Er hat allerdings noch ein anderes Ass im Ärmel: Ab kommendem Jahr soll dieser Bereich der Burgmauer illuminiert werden – das ganze Jahr über, ab Einbruch der Dunkelheit. „Das sieht mit Sicherheit schön und einladend aus“, sagt Christ.

Derweil planen die freiwilligen Helfer schon die nächste Aktion: Auf dem Rastplatz Veringer Hütte soll unter anderem das marode Holzhäuschen abgerissen und ersetzt werden. „Die Ausschreibung der zu vergebenden Arbeiten erfolgt vermutlich im Winter“, sagt Harald Branz, der auch im Gemeinderat sitzt. Abgesehen davon hätten bei einer Vereinsversammlung aber schon mehrere Helfer ihre Unterstützung zugesagt. Und so werden dann vermutlich wieder zahlreiche Ehrenamtliche mit anpacken.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen