Beim gemeinsamen Tanz in den Mai hat es bei Hermine und Ludwig Gaiser gefunkt

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 Die Enkeltochter Anna-Katharina besucht ihre Großeltern Hermine und Ludwig Gaiser täglich. Sie wohnt direkt nebenan.
Die Enkeltochter Anna-Katharina besucht ihre Großeltern Hermine und Ludwig Gaiser täglich. Sie wohnt direkt nebenan. (Foto: Sabine Rösch)
Sabine Rösch

„So ein Fest muss gefeiert werden, das kommt nicht alle Tage“, sagt Ludwig Gaiser aus Veringendorf, der am 9. Mai vor 50 Jahren seine Hermine vor den Traualtar geführt hat. Das Paar strahlt, wenn es von dem großen Tag erzählt, bei dem das Brautpaar von der Musikkapelle abgeholt und in die Kirche begleitet wurde.

In Egelfingen hat sich das Paar damals kennen gelernt. Hermine, die gebürtig aus Unlingen bei Riedlingen stammt, ist mit ihren Freundinnen auf der Suche nach einer Tanzveranstaltung in Egelfingen beim Tanz in den Mai gewesen. „Eigentlich waren wir immer eher in Richtung Bad Buchau unterwegs, aber an dem Wochenende war nirgends ein Tanz, also sind wir in Egelfingen gelandet“, erzählt Hermine Gaiser. Dort war auch Ludwig aus Veringendorf mit seinen Freunden. Beim gemeinsamen Tanz hat sich das Paar kennen gelernt.

Bereits am nächsten Tag reisten die Veringendorfer Jungs auf Drängen von Ludwig nach Unlingen, weil dort eine Tanzveranstaltung war. So ergab es sich, dass sich die beiden endgültig näher kamen. Hermine hatte zu der Zeit einen Verehrer, der ihr einen Maibaum stellte. Ganz keck erklärte Ludwig dann Hermines Vater, dass er seiner Tochter den Baum gestellt hätte.

Hermine wiederum, die um die Schwindelei wusste, war von dem erfrischenden jungen Mann derart beeindruckt, dass sie sich fortan trafen und ein Paar wurden.

Schnell Heiratsantrag gemacht

Für Ludwig war schnell klar, dass er seine Hermine heiraten möchte, er erklärte ihr, dass er nicht ewig nach Ehingen fahren werde, wo Hermine als kaufmännische Angestellte arbeitete. Also machte er einen Heiratsantrag in aller Form. „Es war eine der letzten Musikerhochzeiten, wo das Brautpaar am Haus abgeholt und zur Kirche begleitet wird“, erinnert sich das Paar an ihren großen Tag. Aber auch die anderen Vereine standen Spalier, denn Ludwig war schon immer aktiv im Veringendorfer Vereinsleben.

Seit dem Eintritt ins Rentenalter unternimmt das Paar viel gemeinsam, aber doch hat jeder auch noch sein eigenes Hobby. „Das ist das Rezept einer guten Ehe“, ist sich Ludwig Gaiser sicher, der beim Drechseln und Fräsen wunderschöne Holzschalen, Skulpturen und vieles mehr herstellt und dabei seinen Ausgleich findet. Aber am Donnerstag bleibt die Werkstatt geschlossen, denn es wird mit dem Sohn und der Tochter und deren Familien, drei Enkelkindern und der Großfamilie gefeiert.

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