Diese Familie aus dem Südwesten fährt in der Netflix-Show „Hyperdrive“ mit

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Online-Redakteur

Mitten in der Nacht auf einem stillgelegten Industrieparkgelände im Norden der USA – hier treten die besten Drag- und Driftfahrer aus aller Herren Länder gegeneinander an. Mit ihren aufgemotzten Rennwagen brettern sie im Scheinwerferlicht durch einen wahnwitzigen Parkour – und mitten drin sind Alex und Corinna Gräff aus Trochtelfingen.

Diese Szenen aus der Serie „Hyperdrive“, die Hollywood-Legende Charlize Theron für Netflix umgesetzt hat, klingen ein bisschen nach „The Fast and the Furious“ – nur eben im echten Leben. Und schon ein Blick auf die Autos der Gräffs, einen BMW E28 Baujahr von 1986 und einen Mercedes E500 Coupé von 2016 genügt, um klarzustellen: Hier geht es so richtig zur Sache. 

Konkurrenz auf der Strecke - Harmonie in der Box

„Wenn wir gegeneinander antreten – und das kommt regelmäßig vor – dann gibt es keine Gnade“, sagt Alex Gräff mit einem herausfordernden Blick in Richtung seiner Frau. „Auf der Strecke sind wir beide Motorsportler – da will jeder gewinnen“, erklärt der Drift-Weltrekordler, „aber abseits der Strecke ist das eine ganz andere Geschichte“. Diese spezielle Einstellung scheint nicht wenig mit dem Erfolg der beiden im Motorsport zu tun zu haben. 

 Corinna Gräff am Steuer ihres Rennautos.
Corinna Gräff am Steuer ihres Rennautos. (Foto: Courtesy of Netflix)

Aber zum Dreh von Hyperdrive sind die Gräffs nicht nur als Paar gereist, sondern als Familie. „Uns war es wichtig, unsere Kinder dabei zu haben“, erklärt Alex Gräff. Und vor Ort hätten sie ohnehin wichtige Aufgaben gehabt: Die 19-jährige Tochter Jaqueline kam als Spotterin zum Einsatz, das bedeutet, sie behielt in der Zentrale den Überblick über die Strecke und leitete ihre Eltern während der Rennen über Funk. 

Dialekt stellt Übersetzer auf die Probe

Eine mindestens genau so wichtige Aufgabe hatte der zwölfjährige Sohn Pierre: Er fungierte als Dolmetscher. „Mein Englisch ist nicht wirklich gut“, gibt Gräff zu, „und außerdem schwätz i schwäbisch – warum soll ich mich verstellen?“, fügt er nicht ohne Stolz hinzu, deswegen hätten ihn die an der Produktion beteiligten Übersetzer oft nicht verstanden. 

Alex und Corinna Gräff haben bei der Netflix-Show Hyperdrive mitgemacht. Wir haben Sie zuhause in Trochtelfingen getroffen.

Seine Frau Corinna kam über ihn zum Driftsport, zusammen haben die beiden schon fast überall auf der Welt Rennen gefahren. „Wenn ich hinterm Steuer sitze, bin ich keine Mutter, keine Ehefrau, sondern eine Rennfahrerin", sagt sie in einer Szene in der Sendung in klarem Englisch, aber mit charmantem deutschen Akzent. 

Dass sich diese Identitäten nicht unbedingt ausschließen, sondern parallel existieren können, beweist Corinna Gräff, die als stellvertretende Filialleiterein in einem Supermarkt in Gammertingen arbeitet, mit jeder Folge aufs Neue. Wahrscheinlich avanciert sie genau deswegen auch zum Publikumsliebling. 

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Corinna Gräff jubelt am Steuer ihres Rennwagens.

„Seit Hyperdrive auf Netflix läuft, sind meine Social-Media-Profile förmlich explodiert“, berichtet sie. Vor ein paar Jahren habe ihre Tochter Jaqueline sie dazu überredet, sich bei Instagram anzumelden. Jetzt habe sie sich für die Pflege ihres Profils auf der Plattform spezielle Online-Zeiten einrichten müssen, „denn sobald mein Handy an ist, hört es nicht mehr auf zu klingeln“, sagt sie. 

Corinna Gräff schafft es ins Finale

Dass Corinna ihren Beinamen „Driftbeast“ nicht ohne Grund trägt, hat sie in der Serie bewiesen: Als einzige Frau übersteht sie nicht nur einen gefährlichen Zwischenfall, sondern erreicht dann auch noch das Finale – allerdings ohne ihren Mann Alex. Wie es dazu kam und wer gewonnen hat, verraten wir an dieser Stelle aber erst mal nicht. 

Ein Schnappschuss vom Drehort Rochester, Washington.
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