Die beste Schäferin kommt aus Niedersachsen

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Schwäbische Zeitung

Die 15 besten Schäfer Deutschlands sind beim Bundesleistungshüten am Wochenende im Trochtelfinger Ortsteil Mägerkingen an den Start gegangen. In der Nähe des Geländes der Ortsgruppe Mägerkingen im Verein für Deutsche Schäferhunde erlebten zahlreiche Besucher drei Tage lang die Tradition der Schafhaltung. Am Ende stand Nancy Denecke aus Eimke (Niedersachsen) mit ihrer Hündin Aylin vom Tharandter Wald ganz oben auf dem Siegerpodest.

Die 15 Schäfer aus acht verschiedenen Landesgruppen des Vereins für Deutsche Schäferhunde starteten teilweise mit verschiedenen Hunden. 21 Hütedurchgänge gab es, die immer einem festen Schema folgten: Eine fremde Herde von 300 Schafen wird vom Schäfer mit zwei Hunden aus einem Pferch herausgetrieben. Der Treibweg führt über eine Brücke, dann eine Straße entlang, in ein weites, schließlich in ein enges Gehüt, bevor die Herde wieder in den Pferch getrieben wird. Die Übungen entstammen der Hüteordnung und spiegeln den Tagesablauf in der Wanderschäferei.

Dreiköpfiges Richterteam

„Zudem zeigt Leistungshüten die traditionelle Aufgabe des Deutschen Schäferhundes, die im ursprünglichen Sinne Hütehunde waren“, sagt Roswitha Dannenberg, Pressesprecherin des Vereins. Sie spricht von den Anforderungen an die Hunde, von großem Arbeitseifer und hoher Belastbarkeit, davon, dass sie sich lenken und leiten lassen, dabei aber auch immer wieder selbstständig Entscheidungen treffen müssten. Bewertet wurden die Leistungen von einem dreiköpfigen Richterteam.

Doch rund um den Wettkampf gibt es mehr: Die Ortsgruppe Mägerkingen unter dem Vorsitz von Siegfried Lorch, der am Samstagabend mit der Bürgermedaille der Stadt Trochtelfingen ausgezeichnet wurde, hatte mit Unterstützung von Vereinen und Menschen vor Ort ein buntes Rahmenprogramm für Besucher auf die Beine gestellt. Und mit Gästen wie den Vertretern der Kommune und Friedlinde Gurr-Hirsch, Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, bekam der sportliche Wettbewerb auch eine politische Dimension.

„Als Verein sind wir mit den Teilnehmerzahlen bei der Prüfung völlig zufrieden“, sagt Jürgen Henzler, der Beauftragte für Herdengebrauchshunde im Verein für Deutsche Schäferhunde. „Gleichzeitig wissen wir aber auch um die Situation der Schäfer und dass sie es schwerer haben, weil sich die Landwirtschaft grundlegend verändert hat.“ Habe es früher brachliegende Äcker gegeben, die die Schäfer beweiden konnten, würden die Felder heute sehr viel schneller umgepflügt. „Hier geht es ums Futter, da geht es um einen geringen Preis für Wolle und einen umkämpften Markt für das Fleisch“, sagt Henzler.

Mägerkingens Ortsvorsteher Martin Herrmann richtet den Blick noch weiter in die Zukunft. „Ich will an die politisch Verantwortlichen appellieren, die Rahmenbedingungen so zu stellen, dass die Schäferei auch in Zukunft ihren Stellenwert hat“, sagt er. Damit sollten auch die jungen Menschen, die den Beruf des Schäfers ergreifen, eine gute Perspektive bekommen.

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