Alb-Gold feiert die größte Investition der Unternehmensgeschichte

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Schwäbische Zeitung

Der Nudelhersteller Alb-Gold hat am Freitag offiziell seine neue Produktionshalle am Hauptsitz in Trochtelfingen eröffnet. Wie das Unternehmen mitteilt, handelt es sich dabei um die größte Investition der Firmengeschichte. Eine konkrete Summe nannte der Teigwarenproduzent, der in Trochtelfingen rund 190 Angestellte beschäftigt, auf Nachfrage der „Schwäbischen Zeitung“ aber nicht.

Im neuen Produktionsgebäude laufen die ersten Nudeln bereits vom Band. Von deren Entstehungsprozess sollen sich Besucher in Zukunft auch selbst ein Bild machen können. In den weiterhin genutzten Bestandsgebäuden bietet das Unternehmen schon jetzt täglich Führungen durch die Produktion an.

Das neue Gebäude solle eine Einheit mit der Alblandschaft bilden und eine angenehme Arbeitsumgebung schaffen, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Mit Stahlträgern, die wie Baumstämme aussehen und in den nächsten Jahren durch Kletterpflanzen begrünt werden, sowie viele Fenster und Balkone, über die ein Dialog mit der Natur entsteht, sei das gelungen. Das Scheddach mit seinen Zacken bilde zusammen mit den Baumwipfeln eine Einheit. „Durch seine Ausrichtung nach Norden fällt wenig direktes Sonnenlicht in die Halle, was zu einem angenehmen und im Sommer kühlen Klima führt.“ Die Verglasung mache den Raum hell und sorge zusammen mit den im Innenraum verwendeten Materialien für eine ruhige Atmosphäre mit attraktiven Arbeitsplätzen.

Einblicke in die Produktion

Mit der Inbetriebnahme des neuen Produktionskomplexes entstehen in Trochtelfingen weitere Arbeitsplätze. Rund um das Gebäude ist ein überdachter Besuchersteg angebracht, der nach seinem Endausbau Einblicke in die Produktion und in die Natur ermöglichen wird.

Geführt wird der Betrieb von Irmgard Freidler und ihren Söhnen Oliver und André. Bei der offiziellen Eröffnung der neuen Halle am Freitag betonte die Unternehmerfamilie, dass das neue Gebäude ganz im Zeichen der Fortsetzung des Lebenswerks von Klaus Freidler entstanden ist. Der Firmenchef und Visionär war vor neun Jahren tödlich verunglückt. Da Navigationsgeräte die Straße „Im Grindel“ nur schwer finden würden, schlug André Freidler vor, den Weg zum Kundenzentrum in Klaus-Freidler-Allee umzubenennen.

Auch die Leistung der Mitarbeiter wurde bei der Veranstaltung am Freitagabend gewürdigt. Erst durch deren Grips und Tatkraft könne ein Betrieb wachsen, sagte der Tübinger Regierungspräsident Klaus Tappeser. Thomas Reumann, Landrat im Landkreis Reutlingen, sieht im Spätzle- und Nudelhersteller ein Aushängeschild der Lebensmittelproduktion. „Erfolg braucht Platz, und mehr Erfolg braucht mehr Platz“, sagte er.

Trochtelfingens ehrenamtlicher Bürgermeisterstellvertreter Herbert Stelz sprach im Namen des Gemeinderats. Das Gremium sei sich bewusst gewesen, dass Investitionen nicht nur wichtig für den Unternehmenserfolg sind, sondern auch für die Sicherung und den Ausbau der Arbeitsplätze im ländlichen Raum, sagte Stelz. Daher habe der Gemeinderat die Pläne in der langen Genehmigungsphase jederzeit unterstützt.

Der weitere Ausbau der neuen Produktionshalle soll in den nächsten Monaten umgesetzt werden. Im letzten Schritt folgt der Endausbau der neuen gläsernen Produktion.

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