In Frohnstetten hat es eine Schlägerei gegeben.
In Frohnstetten hat es eine Schlägerei gegeben. (Foto: Hildenbrand/dpa)
Sebastian Musolf

Eine Schlägerei auf der Frohnstetter Party „Rock im Riederwäldle“ Ende Juli vergangenen Jahres hat am Montag am Amtsgericht Sigmaringen ein juristisches Nachspiel gehabt. Ein 21-jähriger und ein 51-jähriger Mann mussten sich wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung vor Richterin Linda Blazko verantworten.

Staatsanwalt Peter Vigelius warf dem jüngeren Mann vor, dass er auf der Tanzfläche einem Frohnstetter einen Faustschlag aufs rechte Ohr verpasst haben soll. Später sei der Geschädigte dem Angeklagten nach draußen gefolgt, der 21-Jährige habe ihm dann zwei Fausthiebe ins Gesicht versetzt. Ein anderer Mann, der helfen wollte, soll von dem Angeklagten einen Fausthieb gegen den Kopf erhalten haben. „Seitdem leidet das Opfer an Nervenzittern“, sagte der Staatsanwalt. Der Bruder des ersten Geschädigten habe eingegriffen, sei dann ebenfalls von dem 21-Jährigen angegriffen worden. Er sei zu Boden geschlagen worden, der 51-Jährige soll ihn dann getreten haben.

Der 21-Jährige, der aus Meßkirch stammt, schilderte der Richterin seine Sicht der Dinge. Er und sein 51-jähriger Begleiter, der Lebensgefährte seiner Mutter, seien damals selbst Opfer von Gewalt geworden. Auf der Tanzfläche sei der junge Mann von einem Unbekannten angegriffen worden, der ihn in den Schwitzkasten genommen habe. Er ging zu Boden. „Es ging alles sehr schnell. Ich habe mich gewehrt, wollte mich befreien“, sagte der Angeklagte. Dann seien zehn Männer auf ihn losgestürmt, einer sei ihm in den Rücken gesprungen: „Sie haben mich an den Haaren gezogen.“ Einen Streit habe es zuvor nicht gegeben. Der 21-Jährige habe dann das Festzelt verlassen.

Streit geht draußen weiter

Draußen hätten Männer hinter ihm her geschrien. „Ein paar Sekunden später hat mir einer ins Gesicht geschlagen. Das war eine brenzlige Situation.“ Seine Mutter und seine beiden Schwestern, die mit auf dem Fest waren, haben sich in Sicherheit gebracht. Als der Angeklagte ins Auto einsteigen wollte, sei er erneut angegriffen worden. „Einer hat mir direkt auf den Kopf geschlagen und mich die Böschung runter geschubst.“ Seine Mutter habe oben auf der Böschung einen der Männer festgehalten. Der Angeklagte habe seinen 51-jährigen Begleiter ebenfalls in der Böschung liegen sehen. Als der Meßkircher wieder am Auto war, wollte der Mann, den seine Mutter festhielt, ihm ein Getränk ausgeben, um die Wogen zu glätten. „Wir sind dann aber gefahren“, sagte der 21-Jährige. Bei dem Fest habe er nur eine halbe Flasche Bier getrunken.

Der 51-jährige Mitangeklagte berichtete ebenfalls von einem Tumult im Festzelt. Als die Situation geklärt war, wollte er das Fest mit seiner Familie verlassen. Draußen sei die Auseinandersetzung dann weitergegangen. „Die hatten uns als Opfer rausgesucht.“ Ein Mann sei direkt auf den 21-Jährigen losgegangen, ein zweiter ihm in den Rücken gesprungen. „Ich wollte mich ins Auto setzen, bin dann von hinten niedergeschlagen worden.“ Der Sohn seiner Lebensgefährtin habe ihn später aus dem Graben gezogen und man habe die Party in Frohnstetten verlassen.

Als Zeuge sagte ein 29-jähriger Frohnstetter aus. „Vor der Bühne habe ich auf einmal was aufs Ohr gekriegt. Es hat geblutet.“ Er identifizierte den 21-jährigen Angeklagten als den damaligen Angreifer. Auf dem Weg ins Krankenhaus sei er draußen erneut auf den Meßkircher gestoßen. „Ich habe zwei Schläge abbekommen, dann fehlt mir die Erinnerung.“ Sein Ohr sei aufgerissen gewesen, er habe eine kleine Platzwunde im Gesicht gehabt. Rund eine Woche lang sei er krankgeschrieben gewesen. An dem Abend habe er viel Alkohol getrunken, hatte rund zwei Promille. Der Verteidiger des Meßkirchers, Rechtsanwalt Steffen Hammer, hielt dem Zeugen seine widersprüchlichen Aussagen gegenüber der Polizei vor und bemängelte Formfehler.

Ein 43-jähriger Frohnstetter sagte aus, dass er an dem Abend draußen ebenfalls einen Schlag abbekommen habe. „Ich habe aber keinen erkennen können.“ So konnte er auch nicht sagen, ob einer der beiden Angeklagten ihn damals angegriffen habe. Der Bruder des ersten Zeugen berichtete, dass er damals helfen wollte. Er habe dann seitlich einen Schlag aufs Auge abbekommen. „Ich hatte dann noch einen Stiefelabdruck im Gesicht.“ Auch er könne nicht genau sagen, wer ihn angegriffen hatte.

Ein weiterer Zeuge sagte aus, dass von Statur, Frisur und Kleidung her, der 21-Jährige der Schläger gewesen sein könnte.

Die Verhandlung wird fortgesetzt am Donnerstag, 13. April, um 15 Uhr und am Donnerstag, 4. Mai, um 9 Uhr.

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