Annemarie Hanner ersteigert den Narrenbaum

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Einen stattlichen Baum ersteigert eine der Musikantinnen.
Einen stattlichen Baum ersteigert eine der Musikantinnen. (Foto: Häs)
Schwäbische Zeitung

Sie weiß ganz genau, was sie aus dem Narrenbaum machen will, Annemarie „Anne“ Hanner, Augstbergmusikantin am Saxophon, aber sie verrät es niemandem – ätsch! Sie hat am Rosenmontagmorgen nach munterem Bietergefecht den Steinhilber Narrenbaum für 530 Euro ersteigert. Darauf gab’s einen Tusch ihrer Musikerkollegen.

Flankiert von den Zunftmeistern der Steinhilber Narrenzunft Marc Hazotte und Markus Müller gab Zunftmeister-Vize Roland Nölke alles, um das lebhafte Bietgeschehen zwischen Anne unter den Augstbergmusikanten in der Rathausstraße, dem „Mattheis“ und der „Eier-Lena“ auf dem Rathausvorplatz im Auge zu behalten. Angeschlagen mit närrischen 333 Euro ging’s ab 340 in Zehnerschritten los. Weil nicht bei allen Versteigerungen die Bietsignale gleich sind, ging der Zuschlag an Anne Hanner. Dem im Bieterzweikampf knapp unterlegenen „Mattheis“ empfahl Nölke, nächstes Jahr halt noch „ebbes draufzulegen“.

Die Spende der Stadt Trochtelfingen an die Narrenzunft stellte Revierleiter Martin Tschöpe in schwäbischen, mal launigen, mal nachdenklichen Reimen vor. „Groß und wuchtig, 20 Meter lang, Durchmesser 52“, das ergebe viereinhalb Festmeter, wobei die Spitze noch im Gewann „Rehhüle“ liege. Wie der Baum den Jahreslauf zwischen Fasnet und Weihnachten begleitet, zeichnete er nach. Den Tännchen zu Kommunion und Konfirmation folgen die Maibäume. Und: „Isch dr Sommer no do, Temperatura send lau/suachet dia Manna plötzlich a Frau/heiratet dann sie auf Teufel komm raus/ond schon wieder hauet mir Bäum ausm Gmoidswald raus“. Um auch weiterhin den Wald zu Wohl und Freude der Menschen nutzen zu können, appellierte der Förster an einen pfleglichen Umgang. Auch bei der obligatorischen „Heiße Rote aus´m Kessel“ war Anne nicht dazu zu bewegen, ihr Narrenbaum-Projekt zu verraten: „Wartet bis Herbst, vielleicht wird’s auch nächsts Frühjohr.“

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