Zur Premiere erscheint eine gewichtige Elefantendame

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 Vier Tonnen schwer: die Elefantendame.
Vier Tonnen schwer: die Elefantendame. (Foto: Alexander Speh)
Schwäbische Zeitung

Die Waldbühne Sigmaringendorf feiert am Samstag, 6. Juli, die Premiere ihres Erwachsenenstücks „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“. Die Veranstalter versprechen eine unglaubliche Geschichte mit vielen skurrilen Charakteren und einer beinahe lebensechten Elefantendame. Beginn der Aufführung ist um 20.30 Uhr.

Das gewichtigste Ensemblemitglied ist die vier Tonnen schwere Elefantendame Sonja. Auch sie gehört zu den neu gewonnenen Freunden von Allan Karlsson, dem Hundertjährigen. Damit standen die Requisiteure der Waldbühne vor einer im wahrsten Sinne des Wortes großen Herausforderung. Regisseur Frank Speh wollte Sonja auf jeden Fall als richtigen Elefanten auf der Bühne sehen und nicht nur Teile von ihr hinter den Kulissen hervorlugen lassen. Da ein lebendiger Elefant aber leider nicht in Frage kam, machte sich Produktionsleiter Joachim Link mit seinem Team daran, einen lebensgroßen Elefanten zu bauen.

„Wir haben einen kleinen Spielzeugelefanten als Modell benutzt“, sagt Harald Unterricker, der sich im Produktionsteam engagiert. „Daraus, und mit Hilfe von Bildern haben wir die Dimensionen für den großen Elefanten errechnet.“ Anschließend mussten sich die Elefantenskulpteure überlegen, welche Materialien sie für die Elefantendame verwenden wollen. „Sie muss leicht genug sein, damit der Körper von zwei Schauspielern getragen werden kann, sagt Joachim Link. „Außerdem sollte sie so gebaut sein, dass sie sich nicht gleich auflöst, wenn es mal regnen sollte.“

Baustahl und Hasendraht

Sonjas Skelett formten die Elefantenbauer schließlich aus Baustahl. Die restlichen Materialien stammen aus einem gewöhnlichen Baumarkt: Die erste Schicht der Elefantenhaut besteht aus Hasendraht, über den als zweite Lage ein Plastiknetz gespannt wurde. Die letzte Schicht des Dickhäuters wurde aus Bauschaum geformt, der zurechtgeschnitten und bemalt wurde. Der Kopf entstand in ähnlicher Weise zunächst separat und wurde zum Schluss mit dem Rumpf verbunden.

„So kann Sonja den Kopf frei bewegen und wirkt viel echter“, sagt Joachim Link. Das Gesicht der Elefantendame entstand ebenfalls in mühevoller Handarbeit: Der Bad Saulgauer Maskenschnitzer Günther Wetzel zauberte aus der Rohmasse ein verschmitztes Elefantengesicht.

Die Geschichte „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“, dreht sich um die Figur Allan Karlsson. Im Altenheim von Malmköping soll dessen 100. Geburtstag gefeiert werden. Er selbst hat allerdings nicht vor, bei der Feier zu erscheinen. Stattdessen büxt er durchs Fenster aus. Was ihm alles passiert, können die Zuschauer ab Samstagabend bei insgesamt elf Aufführungen der Waldbühne erleben.

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