Peggy Meyer

Mit dem obligatorischen Fassbieranstich ist am Samstagnachmittag im Beisein vieler Besucher und von Politprominenz das 39. Straßenfest in Sigmaringendorf, traditionell veranstaltet am zweiten Septemberwochenende, eröffnet worden. Dabei dankte unter anderem Michaela Auckenthaler-Ott, stellvertretende Vorsitzende des ausrichtenden Baufördervereins, den vielen Vereinen, der Gemeinde und sonstigen Helfern für die tatkräftige Unterstützung.

Die örtlichen Vereine haben einmal mehr gezeigt, was gemeinsames Miteinander bewirken kann: Zwei Tage lang herrschte in den Straßen zwischen Schlössle, Hirschplatz und Rathaus ein willkommener Ausnahmezustand. Es war schon fast sportlich, alle Stände und Veranstaltungen abzulaufen und zu erleben. Auch das Wetter spielte mit, vergessen war der Regen des vergangenen Jahres.

Und vergessen war auch der Unmut, den es im Vorfeld bezüglich der Musikauswahl gegeben hatte (die SZ berichtete). „Wir haben uns ausgesprochen und die Sache ist vom Tisch, es gibt Musik für unterschiedliche Altersklassen an den verschiedenen Orten, das sollte passen“, gab sich Wolfgang Metzger vom Bauförderverein Kirche St. Peter und Paul am Samstagabend zuversichtlich. Er sollte Recht behalten, die kostengünstigere Variante ging auf, „bei der Blasmusik war Stimmung wie sau, es war total voll und auch im Zelt bei den jüngeren Leuten und am Hirschplatz war alles super“, resümierte Metzger am Sonntagnachmittag. Unermüdlich, mit wenig Schlaf und viel Schweiß, hatte er die organisatorischen Fäden an beiden Tagen fest in der Hand.

Den Fassbieranstich vollzog in diesem Jahr erstmalig Bürgermeister Philip Schwaiger, der im letzten Jahr wegen seiner Hochzeit verhindert war. Er lieferte einen passablen Auftakt, bereits beim zweiten Schlag floss der Gerstensaft in die Krüge. „Schön war, dass die anwesende Politprominenz nicht gleich wieder verschwunden ist, sondern sich noch mit unters Volk gemischt hat“, merkte Metzger an.

Harley-Fans bringen ihre chromblitzenden Maschinen mit

Den zahlreichen Besuchern wurde so einiges geboten. Die Vielfalt der Vereine spiegelte sich mit den verschiedenen Ständen wider: musikalisch, kulinarisch, künstlerisch, kreativ, sportlich, unterhaltsam – die Angebotspalette war beeindruckend und umfangreich. Dabei wurde auch auf Altbewährtes zurückgegriffen: Hüpfburg, Kinderkarussell, Kinderdisco, Spiel- und Sportangebote, Festzügle, Schminken, Tombola und vieles mehr. Der Sonntag wurde mit dem Gottesdienst eröffnet, es musste zusätzlich bestuhlt werden, weil der Andrang so groß war. Kurze Zeit später mischten sich Harley-Fans mit ihren schwarzen Kutten und chromblitzenden Maschinen unter die Festbesucher.

An beiden Tagen unterhielten verschiedene Musikkapellen und begeisterten ebenso wie die Schauspieler der Waldbühne mit dem Kinder- und Jugendstück „Schneewittchen“. Am Sonntag beeindruckte der Kinderchor, gemeinsam mit dem Sigmaringer Chor, die zahlreichen Zuschauer mit seinem Musical-Projekt „Jona“ und auch die Turn- und Tanzgruppen zeigten ihr Können. Die Modenschauen in der Donau-Lauchert-Halle waren ebenfalls gut besucht, eine beachtliche Anzahl an Models fast aller Größen und Altersklassen präsentierte Outfits für die kommende Saison.

Im Foyer der Donau-Lauchert-Halle wurde ein anderes, vom Münchener Künstler Josef Henselmann gefertigtes Modell präsentiert: Ein Entwurfsmodell der geplanten Maßnahmen zur Renovierung und Umgestaltung der Pfarrkirche St. Peter und Paul. Wie bereits berichtet, geht der diesjährige Erlös des Straßenfestes zu 80 Prozent an den Bauförderverein. Pastoralreferent Hermann Brodmann gab fachmännisch Auskunft am Stand. „Viel ist in den vergangenen Jahrhunderten um- und angebaut worden. Wir wollen nicht etwas völlig neues schaffen, sondern mit dem vorhandenen behutsam umgehen, es neu ordnen und harmonisieren.“ Dass dabei unliebsame Überraschungen nicht ausbleiben, ist bei dem alten Gemäuer aus dem 12. Jahrhundert nicht verwunderlich. „Das Dach zum Beispiel wird uns wesentlich mehr kosten als angenommen“, so Brodmann, „es weht eben der Atem der Geschichte durch dieses Haus“.

Umso erfreulicher, dass das Straßenfest wieder sehr gut angenommen wurde. Jedenfalls zeigten sich Besucher und Veranstalter mehr als zufrieden. „Ich komme schon seit Jahrzehnten hierher, und Sigmaringendorf ist immer ein Garant für gute Stimmung und tolles Ambiente“, äußerte sich Michael Prestele am Sonntagabend.

Peter Rebholz von der Musikkapelle Sigmaringendorf, der unter anderem am Ausschank mithalf, meinte: „Luft nach oben ist immer, aber wir sind zufrieden. Wichtig ist das Gemeinsame und diese Botschaft muss bei allen Beteiligten ankommen“, so sein Fazit.

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