Straßenfest Sigmaringendorf: Skiabteilung kritisiert Musikauswahl

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In den vergangenen beiden Jahren haben „ob8blech“ beim Sigmaringendorfer Straßenfest beste Stimmung gemacht. Dieses Jahr treten
In den vergangenen beiden Jahren haben „ob8blech“ beim Sigmaringendorfer Straßenfest beste Stimmung gemacht. Dieses Jahr treten sie nicht auf – aus Kostengründen. (Foto: Archiv)
Corinna Wolber
Redakteurin

Beim kommenden Straßenfest in Sig’dorf gibt es gegenüber den beiden Vorjahren Änderungen bei der Musik im gemeinsamen Zelt der TSV-Skiabteilung und der Fasnachtsgesellschaft Laucherthal (FGL). Weil der ausrichtende Bauförderverein St. Peter und Paul die Ausgaben möglichst gering halten möchte, wurden weder der Acoustic-Rocker King Ralf noch die Blasmusik-Partyband „ob8blech“ gebucht. Stattdessen gibt es in dem Zelt nun an beiden Festtagen ausschließlich Blasmusik von Kapellen aus der Region – sehr zum Leidwesen der Skiabteilung, die nicht nur um ihre guten Einnahmen und die besondere Stimmung in ihrem Zelt fürchtet. „Wir werden auch Probleme bekommen, die Schichten zu besetzen“, sagt Andeas Bauer, Vorsitzender des TSV Sigmaringendorf-Laucherthal. Der Unmut besonders unter den jüngeren Mitgliedern sei groß. „Viele sagen, dass sie nicht so gerne arbeiten wollen, wenn nur so eine Musik läuft.“

Die Sigmaringendorfer Vereine haben schlechte Erinnerungen an das vergangene Straßenfest, das ihnen aufgrund des anhaltend schlechten Wetters ein historisch schlechtes Ergebnis einbrachte. Am Ende erhielt der ausrichtende Theaterverein Waldbühne lediglich rund 1750 Euro. „Vor diesem Hintergrund müssen wir einfach stärker auf die Ausgaben schauen“, sagt Hans Steurer, Vorsitzender des Baufördervereins. „Wir haben einzig und allein auf den Preis geblickt.“

Andreas Bauer glaubt, dass sich dieses Vorgehen aber als Bumerang erweisen könnte. „Es stimmt, dass das Ergebnis vergangenes Jahr mies war“, sagt er. Und es stimme auch, dass die Straßen zeitweise wie leergefegt gewesen seien. „Aber unser Zelt war am Samstagabend voll, bis ,ob8blech’ um 1.15 Uhr aufgehört haben zu spielen.“ Die Leute seien ja gerade wegen der guten Musik geblieben, die Stimmung sei einfach fantastisch gewesen – und zwar quer durch alle Altersklassen.

Bereits vor zwei Jahren waren „ob8blech“ so gut angekommen, dass man sie für 2017 gleich wieder verpflichtet hatte. Doch alle Versuche, den Bauförderverein von der Zugkraft einer solchen Musik zu überzeugen, hätten nichts gebracht, sagt Bauer.

Bauförderverein ist zuversichtlich, dass das Fest wieder schön wird

Hans Steurer sieht das anders: „Viele sind vergangenes Jahr in dieses Zelt geflüchtet, weil das Wetter so schlecht war“, vermutet er. Dass mit den Änderungen am Konzept weniger für junge Leute geboten sei, glaubt Steurer nicht. „Die ganz Jungen haben ja sowieso ihre eigenen Sachen“, sagt er. „Es gibt das Ledigenzelt und die Donauhexen.“ Am Samstagabend trete außerdem Shake Five auf dem Hirschplatz auf; die Band spielt Musik der 60er-, 70er- und 80er-Jahre.

Die Skiabteilung weiß noch nicht genau, wie sie mit der ganzen Sache umgehen wird. „Wir machen jetzt mit, weil wir den Veranstalter zwei Monate vor dem Fest natürlich nicht im Regen stehen lassen wollen“, sagt Bauer. „Wir werden das Zelt aber früher schließen, wenn nichts los ist.“ Ob die Skiabteilung sich nächstes Jahr dann noch am Zelt beteiligen werde, sei aber zum jetzigen Zeitpunkt zumindest äußerst zweifelhaft. „Ich befürchte, dass es dann kaputt ist“, sagt Bauer. „Zweimal zehn Stunden Blasmusik, das gibt einen Rohrkrepierer.“ Das Fest lebe immer auch vom Vorjahr: „Wenn es den Leuten 2018 gefällt, kommen sie 2019 wieder.“

Beim Bauförderverein sehe man das Ganze nicht so dramatisch, sagt Steurer. Die Vorbereitungen liefen bestens, und es werde sicherlich wieder ein schönes Fest. Bei einer Versammlung mit Vertretern aller beteiligten Vereine in der vergangenen Woche sei der Konflikt ausgeräumt worden. „Klar wurde er das“, sagt Andreas Bauer. „Wir haben ja jetzt auch gar keine andere Wahl mehr.“

Das Straßenfest findet in diesem Jahr am 8. und 9. September statt. Es ist Tradition in Sigmaringendorf, dass der Erlös zu 80 Prozent dem ausrichtenden Verein zugutekommt, die übrigen 20 Prozent verbleiben in den jeweiligen Vereinskassen.

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