Sig’dorf pflegt Partnerschaft über Kontinente hinweg

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Im kommenden Jahr 2011 besteht die Partnerschaft zwischen der argentinischen Stadt Rafaela und der Gemeinde Sigmaringendorf drei Jahrzehnte lang. Der Gründer der Stadt und weiterer 17 Siedlungen und Städte in Argentinien, Wilhelm Lehmann, stammt aus Sigmaringendorf. Anlässlich des 130. Geburtstags der Stadt auf dem anderen Kontinent und der 30 Jahre alten Partnerschaft ist für den kommenden Sommer bereits der Besuch einer Delegation aus Rafaela in Vorbereitung.

Beginn der Beziehungen war Mitte der 70er-Jahre des vorigen Jahrhunderts, als Historiker aus Rafaela die Herkunft ihres Städtegründers Wilhelm Lehmann suchten. Im Eintrag des Taufbuches der Pfarrei Sigmaringendorf ist der 20. August 1840 als Geburtstag Wilhelm Lehmanns vermerkt. Der Vater war Werkmeister der ehemaligen Spinnerei Stölker (Gebäude der Firma Schaal). Mit 22 Jahren wanderte Lehmann nach Argentinien aus und gründete dort Rafaela, das heute mehr als 90 000 Einwohner zählt und Hauptstadt des Departements Castellanos in der Provinz Santa Fe ist. Weitere 17 Siedlungen folgten, darunter auch eine Stadt mit dem Namen „Lehmann“. Wenig weiß man über Lehmanns Leben, nur, dass er mit 46 Jahren unter tragischen Umständen ums Leben kam.

Die Initiative zur Partnerschaft ging von Rafaela aus. Bereits 1979 empfing der verstorbene ehemalige Bürgermeister Alois Maucher die erste Gruppe aus Rafaela. 1981 kam der damalige Oberbürgermeister Borio in Sigmaringendorf zu Besuch. Anlässlich der Feierlichkeiten zum 100jährigen Bestehen der Stadt Rafaela organisierte Bürgermeister Alois Henne mit dem Musikverein und weiteren Teilnehmern im Oktober des gleichen Jahres eine Fahrt nach Argentinien. Einen weiteren Besuch leitete der Bürgermeister später mit den mehr als hundert teilnehmenden Mitgliedern des Musikvereins und des Männergesangvereins. Noch einmal weilte 2006 eine Gruppe in dem Land. „Bedingt durch die riesige Entfernung über Kontinente hielten sich die gegenseitigen Besuche natürlich in Grenzen“, erläuterte der Bürgermeister, der für die argentinischen Gäste immer die erste Anlaufstelle ist.

Studenten und Praktikanten

Ein wichtiger Punkt der Partnerschaft ist der Austausch von Studenten. So waren über die Jahre mehrere junge Leute aus der Gemeinde in Rafaela, entweder in Betrieben oder im dortigen Rathaus. Die von Rafaela kommenden Studenten sind in hiesigen Firmen zum Praktikum. Während ihres Aufenthalts in Sigmaringendorf stellte die Gemeinde eine Wohnung zur Verfügung. Die Studenten knüpfen bei ihren Aufenthalten in den jeweiligen Gastgeberorten hier wie dort viele Kontakte.

Anlässlich des dreißigjährigen Partnerschaftsjubiläums, dies wurde erst vor wenigen Tagen angekündigt, will eine größere Abordnung aus Argentinien im kommenden Jahr nach Sigmaringendorf kommen, ebenso eine Delegation von der weiteren Partnerstadt Rafaelas, dem italienischen Fossano. Zusammen möchte man das Jubiläum dann im Sommer feiern.

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