Neujahrsempfang in Sigmaringendorf: Bürgermeister beschwört Zusammehalt

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 Sonja Nipp (von links), Claus Bayer, Larissa und Philipp Schwaiger stoßen beim Bürgerempfang in der Donau-Lauchert-Halle auf da
Sonja Nipp (von links), Claus Bayer, Larissa und Philipp Schwaiger stoßen beim Bürgerempfang in der Donau-Lauchert-Halle auf das neue Jahr in der Gemeinde Sigmaringendorf an. (Foto: Fotos: Johannes Böhler)
Johannes Böhler

Rund 300 Besucher sind zum Neujahresbürgerempfang am Dreikönigssonntag in die Donau-Lauchert-Halle gekommen. Die Sternsinger der Gemeinde Sigmaringendorf eröffneten den Empfang singend mit einem feierlichen Einzug in den Hauptsaal, wo drei der Kinder, die als Caspar, Melchior und Balthasar verkleidet waren, ihr diesjähriges Motto „Heimat für alle Kinder“ erklärten. Schließlich schritten sie begleitet vom ersten Stück des Musikvereins Sigmaringendorf, der das neue Jahr von der Bühne aus auf hohem Niveau musikalisch begrüßte, mit ihren Spendenbüchsen die Zuschauerreihen ab.

„Suche nicht nach Fehlern, suche nach Lösungen“, mit diesem Zitat von Henry Ford begann Bürgermeister Schwaiger seine Neujahrsansprache, zu der er unter anderem den Ersten Landesbeamten Rolf Vögtle, Bürgermeister a.D. Alois Henne mit seiner Ehefrau Karin, den Landrat a. D. Dirk Gaerte und „seine“ Gemeinderäte begrüßen durfte.

„Hand aufs Herz: wer von Ihnen weiß spontan, was mit dem Ausdruck ’Ehrenmann’“, gemeint ist?“ Diesen Begriff hat der Langenscheid-Verlag zum Jugendwort des Jahres 2018 gekürt. „Das Wort bezeichnet eine Person, die etwas Besonderes für jemanden macht“, erklärte Schwaiger. Im Anschluss hob er auf die Frage an, wie es um das Verständnis zwischen den Menschen in der Gesellschaft und in der Gemeinde bestellt sei. Seiner Überzeugung nach gebe es offensichtliche Belege, dass dies in Sigmaringendorf ganz hervorragend gelinge und auch die Spanne zwischen den Generationen wunderbar überwunden werden könne. Als Beispiel für gelungenen Dialog führte er die Bürgerbeteiligung bei den Außenanlagen für das neue Bürgerhaus im ehemaligen Tennisheim an.

Für 2019 kündigte der Bürgermeister an, mit Blick auf die steigenden Einwohnerzahlen weiteren Wohnraum schaffen und sich mithilfe der Kinderhäuser für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einsetzen zu wollen. In diesem Zusammenhang wandte er sich an die anwesenden Abgeordneten Thomas Bareiß (CDU) aus dem Bundestag und Klaus Burger (CDU) aus dem Landtag, die er dazu aufforderte, sich auch weiterhin für die Finanzierung dieser sozialen Einrichtungen über Bundes- und Landesebene einzusetzen, damit die Gebühren auch künftig sozial verträglich bleiben könnten.

„Global betrachtet scheint Zusammenhalt kein wirkliches Zukunfsmodell zu sein“, sagte Schwaiger. Langfristige Bündnisse zerbrächen, Staaten drohten sich wieder mit Atomwaffen und Populismus und extreme Positionen breiteten sich aus. Doch globale Herausforderungen wie Klimawandel und Flüchtlingskrisen ließen sich nur gemeinsam lösen.

Lokal betrachtet bedeute dies, so Schwaiger, sich ernsthaft mit komplexen Themen auseinanderzusetzen und die Dinge beim Namen zu nennen. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, gelte es, gerade nicht in populistische Parolen abzu-gleiten, sondern der Polarisierung Gesprächs- und Konfrontationsbereitschaft entgegenzusetzen.

Gemeinderätin und stellvertretende Bürgermeisterin Sonja Nipp dankte in ihrer Rede Bürgermeister Schwaiger für die im Jahr 2018 in Angriff genommenen Aufgaben. Sie verwies unter anderem auf die abgeschlossenen Brandschutzmaßnahmen an der Donau-Lauchert-Schule und die im Obergeschoss des Rathauses, die ab Montag in Angriff genommen werden. Außerdem erwähnte sie das „Vater-Unser-Brückle“ im Lauchertthal, das laut Rathaus-Registrierung eigentlich Rosenkranz-Brückle heiße und zur Fertigstellung bereit stünde. Auch einen kleinen Beitrag der Gemeinde zum Umweltschutz würdigte sie, nämlich die E-Auto-Ladestation am Rathaus und die E-Bike-Station an der Donaustraße, die noch im Januar in Betrieb genommen werden könnten.

„Unser Bürgermeister geht voll in seinem Beruf auf, wovon die Gemeinde natürlich profitiert“, lobte Nipp Schwaiger. „Leider ist es mir jedoch nicht immer gelungen, ihn im Arbeitsstress und bei langen Sitzungen daran zu erinnern, dass er eine junge Frau zu Hause hat“, wandte sich die Stellvertreterin schließlich an Larissa Schwaiger, die Frau des Bürgermeisters. Im Namen des Gemeinderats dankte ihr Nipp für ihre Geduld und ihr Verständnis für den Beruf ihres Mannes, dazu überreichte Ratskollege Claus Bayer der Sigmaringendorfer „First Lady“ einen Blumenstrauß.

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