Kinder gestalten sich eine eigene Notruf-Hand

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So kann im Ernstfall nichts schiefgehen: Die selbst gestalteten Hände erinnern die Kinder daran, was sie bei einem Notruf alles
So kann im Ernstfall nichts schiefgehen: Die selbst gestalteten Hände erinnern die Kinder daran, was sie bei einem Notruf alles beachten müssen. (Foto: Peggy Meyer)

Mit der Veranstaltung „Erste Hilfe – früh übt sich“ ist das diesjährige Sigmaringendorfer Ferienprogramm zu Ende gegangen. 14 Jungen und zwei Mädels bekamen im DRK-Heim einen Einblick in die Arbeit der Helfer und lernten selbst einige wichtige Dinge für den Notfall.

Aufgeteilt in zwei Gruppen, übten die Kinder, wie man zum Beispiel richtig einen Notruf absetzt. Gezeigt wurde das Ganze von Jugendleiterin Judith Mann und ihrem neunjährigen Assistenten Jürgen, der im Jugendrotkreuz aktiv ist. Was einfach klingt, kann im Ernstfall schon zu einer großen Hürde werden. „Kennt ihr denn die richtige Nummer, die ihr wählen müsst?“, fragte Judith Mann in die Runde. Die 112 wurde fix genannt, schwieriger wurde es bei den fünf W-Fragen. Wo ist etwas passiert, was ist geschehen, wie viele Menschen sind verletzt, welche Art der Verletzung und warten auf Rückfragen – diese Informationen werden von der Rettungsleitstelle benötigt, um schnell und richtig handeln zu können.

Rettungsassistent Sebastian Düll übernimmt den praktischen Teil

„Da braucht ihr aber überhaupt keine Angst zu haben, euer Gegenüber am anderen Ende der Telefonleitung wird euch nach diesen Dingen fragen“, sagte die Jugendleiterin zu den Kindern, die doch etwas unsicher schauten. Kein Wunder, selbst den Erwachsenen fallen diese Dinge schwer. So wusste Judith Mann von einer Bekannten zu berichten, der im Notfall nicht einmal mehr ihr Straßenname eingefallen sei. Damit es einprägsamer wird, gestalteten die Kinder eine Notruf-Hand. Sie malten ihre Hand auf Papier, schrieben in jeden Finger eine W-Frage und in die Handfläche die 112. „Das könnt ihr daheim in die Nähe des Telefons kleben“, sagte Judith Mann.

Rettungsassistent Sebastian Düll übernahm mit der anderen Gruppe den eher praktischen und technischen Part. Die Kinder durften in einen Rettungswagen einsteigen, dort gab es so einiges zu entdecken: Liege, Rollstuhl, Verbandszeug, Blutdruckmessgerät, Tröstebär und vieles mehr. An einem überdimensionalen Teddybär konnten die Kinder dann selbst üben, Verbände anzulegen. Dabei erzählte der ein oder andere von seinen eigenen Verletzungen: Jason zum Beispiel hatte selbst bis vor Kurzem noch einen Arm in Gips.

Besonders interessant war der vordere Teil des Rettungswagens, die Fahrerkabine. Die Kinder erfuhren, dass nur der Fahrer über den Einsatz von Blaulicht und Martinshorn entscheiden darf, der Beifahrer übernimmt unter anderem den Sprechfunk. Natürlich stießen auch die anderen Fahrzeuge in der Halle auf Interesse. So bestaunten die Kinder ein fast 35 Jahre altes Fahrzeug, das hauptsächlich für den Materialtransport da ist, und einen Kleinbus, der in der Personenbeförderung eingesetzt wird. Sebastian Düll erklärte die unterschiedlichen Aufgaben: „Diese Autos haben Zeit, im Gegensatz zum Rettungswagen. Der hat keine Zeit.“

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