Beim Starkregen im vergangenen Jahr laufen die Keller im Hüttenbergweg voll.
Beim Starkregen im vergangenen Jahr laufen die Keller im Hüttenbergweg voll. (Foto: Archiv: Feuerwehr Sigmaringendorf)
Mandy Streich

Im Juli 2017 ist es in Sigmaringendorf zu Starkregen gekommen, die in vielen Haushalten einen großen Schaden angerichtet haben. Aus diesem Grund hat die Gemeinde eine Bürgerinformationsveranstaltung ausgerichtet, die die Ergebnisse der Untersuchungen des kommunalen Starkregenrisikomanagements vorstellte.

„Zuerst einmal muss hier abgegrenzt werden zwischen der Gefahr des Starkregens und der Hochwassergefahr an der Donau, über die die Schwäbische Zeitung letztens berichtet hat“, sagt Bürgermeister Philip Schwaiger. Bei der Donau müsse die Gewässerdirektion des Regierungspräsidiums Tübingen handeln. Beim Starkregenrisikomanagement könne die Gemeinde einen Teil zum Schutz der Bürger beitragen.

Um die betroffenen Gebiete ausfindig zu machen, hat die Gemeinde zusammen mit dem Ingenieurbüro Winkler und Partner aus Stuttgart, dem Landwirtschaftsamt, dem Umweltamt sowie dem Fachbereich Bodenschutz vom Landratsamt Sigmaringen eine Analyse sowie ein Handlungskonzept erstellt. Bei den sogenannten seltenen Ereignissen handelt es sich um 45 Liter pro Quadratmeter, bei den außergewöhnlichen um 55 Liter pro Quadratmeter und bei extremen sogar um 125 Liter pro Quadratmeter. Auf die Frage eines Bürgers, in welchem Bereich die Schäden im Jahr 2017 lagen, antwortete Roman Arnold vom Umweltamt „bei 30 Litern pro Quadratmeter“, was bedeutet, dass die Starkregenereignisse im Jahr 2017 noch nicht einmal die untere Grenze der seltenen Ereignisse erreicht hatten und den Bürgern trotzdem enorme Schäden entstanden sind.

Eigenvorsorge ist wichtig

Besonders betroffen sind laut der Analyse der Hüttenbergweg, die Stauden-Sperräcker, der Brandweg/Ruprechtsgraben und im Laucherthal das Gebiet oberhalb der Zollernwerke. Die Gemeinde plant hier an vielen Stellen mehr Gräben sowie Rückhaltebecken und optimierte Einlaufbauwerke. Allerdings ist auch die Bevölkerung dazu aufgerufen, ihre Grundstücke entsprechend zu rüsten. Objektschutzmaßnahmen, die permanent bestehen oder automatisch ausgelöst werden, sind beispielsweise ein erster Schritt der Sicherheit. Die zentrale Elektroinstallation könne in höhere Etagen verlegt werden. Auch mit der Landwirtschaft wurden bereits vorab Maßnahmen getroffen, damit eine Erosion des Bodens so gut wie möglich verhindert werden kann. Beispielsweise solle die Ackerfläche auch im Winter bepflanzt bleiben, damit die Wurzelsysteme der Pflanzen eine Erosion des Bodens verhindern, Mais solle zudem enger gesät werden und es soll mehr Pufferstreifen am Ackerrand geben. Hiervon wurde bereits einiges umgesetzt und die Landwirte signalisieren auch eine Bereitschaft zur Veränderung.

Trotz der geplanten Maßnahmen und der Tipps waren einige der anwesenden Bürger skeptisch, ob ihre Gärten nicht trotzdem am Ende wieder überflutet werden und ob das viele Wasser, das dann in die Lauchert geleitet wird, nicht am Ende zu einem sprunghaften Ansteigen der Lauchert führe. Auf den Hinweis eines Bürgers, dass die Straße des Hüttenbergwegs eine Fehlplanung sei und auch die Schächte falsch eingestellt seien, die sowieso viel größer sein müssten, haben der Bürgermeister sowie die anderen Beteiligten versprochen, diesen Hinweis zu überprüfen.

„Wo es am Ende abregnet, kann keiner genau sagen. Wir sind auf einem guten Weg, darauf vorbereitet zu sein, trotzdem ist es noch viel Arbeit“, sagt Philip Schwaiger am Ende der Veranstaltung. Anfang kommenden Jahres können sich alle Bürger darüber informieren, welches die betroffenen Gebiete sind. Die Präsentation der Veranstaltung wird auch online zur Verfügung gestellt, so der Bürgermeister.

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