Jagdhornbläser bekommen kein Geld aus Sigmaringendorf

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 Die Jagdhornbläser des Hegerings bekommen kein Geld aus Sigmaringendorf.
Die Jagdhornbläser des Hegerings bekommen kein Geld aus Sigmaringendorf. (Foto: Archiv- Sabine Rösch)

Gegen Ende der ansonsten recht harmonisch verlaufenen Sitzung des Gemeinderates am vergangenen Donnerstag ist es doch noch zu einem kleinen Eklat gekommen: Nach einer hochemotionalen Diskussion lehnten die Gemeinderäte einen Antrag auf finanzielle Unterstützung der Jagdhornbläsergruppe des Hegerings Bingen-Sigmaringendorf einmütig ab.

Bürgermeister Philip Schwaiger hatte den Antrag der Gruppe als letzten Tagesordnungspunkt eingebracht. „Nach dreißig Jahren braucht die Jagdhornbläsergruppe unseres Hegerings neue Uniformen“, erklärte er. Der Binger Gemeinderat habe bereits beschlossen, die Anschaffung der neuen Uniformen mit einem Zuschuss von rund 15 Prozent der Gesamtkosten, also einem Betrag in Höhe von zirka 1500 Euro, zu unterstützen, sagte Schwaiger. Er forderte die Sigmaringendorfer Gemeinderäte auf, den gleichen Beitrag zur Unterstützung der Gruppe aus dem gemeinsamen Hegering zu leisten. Mit kritischer Miene fragten mehrere Räte nach den Aufgaben der Jagdhornbläsergruppe in der Gemeinde Bingen. „Neben ihrer Tätigkeit für den Jagdhegering tritt die Gruppe auch bei Festen und Beerdigungen auf“, antwortete Schwaiger. Das jedoch reichte den Gemeinderäten nicht. „Also, ich habe die bei uns im Dorf noch nie gesehen oder gehört“, sagte Michael Flamm, die Gruppe bestehe vermutlich nur aus Bingern. „Genau, in fast 40 Jahren Straßenfest haben wir die noch nie gehört“, pflichtete ihm sein Ratskollege Jürgen Ott bei. „Also für null Prozent Engagement in unserer Gemeinde sind mir die 15 Prozent dann doch deutlich zu viel“, erklärte Johann Speh. Insgesamt entstand eine äußerst kritische, fast feinselige Stimmung im Saal.

Vergeblich äußerte Thorsten Arendt seinen Zuspruch für die Jagdhornbläsergruppe und auch die Erklärungen des Bürgermeisters, mindestens ein Mitglied stamme aus Sigmaringendorf, die Gruppe trete auch auf Beerdigungen in der Gemeinde auf und habe sich darüber hinaus bereit erklärt, künftig auch beim Straßenfest im Dorf zu helfen, halfen nichts. Der Antrag wurde mit acht Gegenstimmen und zwei Enthaltungen abgelehnt.

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