International: Zollern eröffnet Werk in Rumänien

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International: Zollern eröffnet Werk in Rumänien
Schwäbische Zeitung
Redaktionsleitung

Das eine tun, ohne das andere zu lassen, lautet die Marschrichtung. Zollern will sein Unternehmen internationaler aufstellen und trotzdem seine Wurzeln pflegen. Für Geschäftsführer Klaus F. Erkes ist das kein Widerspruch. „Die Globalisierung nutzt den heimischen Arbeitsplätzen.“ Diesem Grundsatz folgend eröffnete Erkes diesen Donnerstag zusammen mit dem Fürsten in Rumänien ein neues Werk. In Pecica unmittelbar an der Grenze zu Ungarn werden beispielsweise am Stammsitz Laucherthal und in Portugal gegossene Stahlteile geschliffen, poliert, gereinigt. Wegen des signifikant geringeren Lohnniveaus im Vergleich zu hiesigen Arbeitsplätzen rechne sich dies.

Das Zulieferunternehmen stärkt parallel die Standorte in Oberschwaben. In Laucherthal wurde und wird die Herstellung von Stahlprofilen erweitert. Nach der Schließung einer Mannheimer Tochter wird die Produktion am Standort konzentriert. Dies hat Investitionen in Höhe von rund sieben Millionen Euro zur Folge. Zwei an der Pforte ausgehängte Baugenehmigungen signalisieren, dass die Bauarbeiten mittendrin sind. Prokurist Raik Flämig nennt die Herstellung von Stahlprofilen eine „wunderschöne Nische“. Wegen des hohen Spezialisierungsgrades sei Zollern in diesem Bereich sogar gegen Asiaten wettbewerbsfähig. Zollern hat im Geschäftsjahr 2010/2011 13,2 Millionen Euro investiert. In dieser Periode werde dieser Wert weit übertroffen, genaue Zahlen will das Unternehmen aber keine nennen.

In den Standort Herbertingen, wo mit dem Geschäftsfeld Antriebstechnik der umsatzmäßig wichtigste Geschäftsbereich angesiedelt ist, investierte Zollern zuletzt rund zwölf Millionen Euro. Über ein neues Logistikzentrum gelang es dem Unternehmen, externe Lager zu reduzieren und damit Transportkosten zu senken. Nach außen sichtbar ist nur das Hochregallager, in dem bestehenden Werk wurden neue Prüfstände aufgebaut, die Montageabläufe verbessert und neue Büros gebaut. Erkes kündigt an: „Wir wollen und werden in Herbertingen weiter wachsen.“

90 Azubis lernen in Herbertingen

Zum 1. September haben 21 neue Auszubildende angefangen. Damit bekommen in der Lehrlingswerkstatt in Herbertingen 90 Nachwuchskräfte das Rüstzeug für ihren Beruf vermittelt. 99 Prozent der Azubis würden übernommen, heißt es. Nach wie vor würden Mitarbeiter, die anderswo studieren, hier den Berufsweg einschlagen, erklärt Erkes. Für Zollern sei dies eine Chance, da die Fluktuation praktisch gleich null ist.

Aktuell setze man sich mit dem demografischen Wandel und dem Problem, qualifizierte Führungskräfte zu gewinnen, auseinander. Ein hoher Gestaltungsspielraum und Freiheitsgrad sei ein wichtiges Argument für die Gewinnung von Personal, Geld sei weniger entscheidend.

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