Im Berlin-Grill dreht sich auch ein veganer Spieß

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Setzt auf Frische, Qualität und ein Angebot für Veganer: Cetin Tasdemir eröffnet den Berlin-Grill in Sigmaringendorf.
Setzt auf Frische, Qualität und ein Angebot für Veganer: Cetin Tasdemir eröffnet den Berlin-Grill in Sigmaringendorf. (Foto: Corinna Wolber)
Corinna Wolber

Längere Zeit stand es leer, nun zieht ins Ladenlokal zwischen Backhaus Mahl und Norma in Sigmaringendorf wieder Leben ein: Am Samstag eröffnet dort Cetin Tasdemir den Berlin-Grill – ziemlich genau 100 Meter von Star-Döner entfernt. Der Name des kleinen Gastronomiebetriebs ist Programm: „Ich bringe einen Döner nach Sig’dorf, wie man ihn in Berlin isst“, sagt Tasdemir. Das Besondere daran sei vor allem eine besonders gute Fleischqualität. Die hält er für so außerordentlich, dass er von Sigmaringendorf aus auch die Dönerspieße des Anbieters vertreiben möchte. Er kennt ihn aus Berlin. „So ein Fleisch bekommt man hier sonst nirgends“, sagt Tasdemir durchaus selbstbewusst. Außerdem setzt er auf Handarbeit: „Die Saucen mache ich selbst.“

Künftig soll es auch Burger geben

Gelernt hat der 43-Jährige das Kochhandwerk zwar nicht, viel Erfahrung hat er aber trotzdem. „1993 bin ich von Sigmaringendorf nach Berlin gegangen, habe lange dort und auch in Köln gelebt“, sagt er. In den Großstädten arbeitete er immer in der Gastronomie, „da kenne ich mich aus. Ich kann nichts anderes, und ich will auch gar nichts anderes“. Für ihn sei es das Größte, die Menschen mit einem guten Essen glücklich zu machen. „Ich mache das mit Liebe.“ Zurück nach Sigmaringendorf hat es ihn nach fast zweieinhalb Jahrzehnten in deutschen Metropolen verschlagen, weil er sich um seine Eltern kümmern möchte. „Sie sind inzwischen ziemlich alt und brauchen Hilfe.“ Weil seine Brüder selbst auch nicht mehr in der Nähe wohnen, habe er sich zum Umzug entschlossen.

Dass er sich praktisch in unmittelbarer Nähe zum bestens etablierten Star-Döner niedergelassen hat, besorgt Cetin Tasdemir nicht. „Ich habe ein anderes Konzept“, sagt er. Dazu gehöre unter anderem ein breites vegetarisches und veganes Angebot. So wird sich bei ihm beispielsweise etwas drehen, das in der Region wahrscheinlich einzigartig ist: ein veganer Spieß aus Tofu. Weil er damit Erfahrung hat, wolle er künftig auch selbstgemachte Burger anbieten, im Sommer voraussichtlich Salate und Flammkuchen. Auf Pizza wolle er allerdings verzichten: „Das machen alle.“ Generell setze er auch auf saisonale Gerichte. „Ich gucke einfach, was die Gäste wollen und was gut ankommt.“

Hasan Yildiz, Inhaber des nahegelegenen Star-Döner, blickt neutral auf seinen künftigen Mitbewerber. „Das ist ein freies Land“, sagt er. Sorgen mache er sich nicht: „Unser Laden läuft gut, hier ist es eigentlich immer voll.“ Er wisse um seinen guten Ruf weit über Sig’dorf hinaus: „70 bis 80 Prozent unserer Kunden kommen extra von außerhalb zu uns.“ Auch Cetin Tasdemir scheut die Konkurrenz nicht. „In Sig’dorf halten sich ja auch mehrere Bäckereien nebeneinander.“

Der Berlin-Grill eröffnet am Samstag. Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 22 Uhr.

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