Bürger setzen Hoffnungen in künftige Landrätin

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Stefanie Bürkle. (Foto: Thomas Warnack)
Schwäbische Zeitung
Redaktionsleitung

Mit großer Mehrheit ist Stefanie Bürkle am Montag zur neuen Landrätin des Landkreises Sigmaringen gewählt worden. Die erste Landesbeamtin aus Biberach setzte sich bei der Wahl des Kreistags in Sigmaringendorf bereits im ersten Wahlgang durch. Auf sie entfielen 39 von 47 Stimmen, 25 Stimmen hätten zum Sieg gereicht. Der erste Landesbeamte aus Lörrach, Walter Holderried, dem die Kreisräte die zweitbesten Chancen zugerechneten, bekam lediglich sieben Stimmen. Rechtsanwalt Marco Schiedt aus Pfullendorf musste sich mit einer Stimme begnügen.

„Ich bin überwältigt von dem Ergebnis“, sagte Stefanie Bürkle. Sie sehe dieses deutliche Ergebnis als Verpflichtung, sich für den Landkreis einzusetzen.

Alle drei Kandidaten sind Juristen und Mitglied der CDU, aber wahlentscheidend war die Persönlichkeit der Siegerin. Bürkle bewies ein feines Gespür für die Menschen und die Probleme des Landkreises und sie zeigt Lösungsansätze auf.

Trotz ihres CDU-Parteibuchs reichte sie den Kreisräten der anderen Fraktionen die Hand, was sich im Wahlergebnis widerspiegelt.

Noch wichtiger ist: Die 44-jährige Ehefrau des Bad Wurzacher Bürgermeisters nimmt ihre Person nicht so wichtig. Dieser Wesenszug wurde auch bei ihrer offiziellen Vorstellungsrede deutlich. Im Gegensatz zu ihren Mitbewerbern stellte sie die persönliche Vorstellung ans Ende ihrer Rede. An den Anfang stellte sie einige Beobachtungen über den strukturschwächsten der vier oberschwäbischen Landkreise. Im Vergleich zu Kreisen wie Biberach, Ravensburg oder dem Bodenseekreis brummt die Wirtschaft zwischen Bad Saulgau, Sigmaringen und Pfullendorf weniger stark. Junge Menschen wandern ab, weil sie anderswo leichter eine Arbeit finden. Der Bevölkerungsrückgang ist im Landkreis Sigmaringen deswegen stärker als in den Nachbarkreisen.

Die künftige Landrätin will auf diese Probleme Antworten geben. In ihrer Rede sagte sie, dass sie neue Arbeitsplätze schaffen und sich beim Thema Straßen und Schienen für Verbesserungen einsetzen möchte. Sie vermittelte glaubhaft, dass sie an die Verwirklichung ihrer Ziele glaubt.

Im Juli wird sie das Amt von Dirk Gaerte übernehmen, der nach 16 Jahren in den Ruhestand wechselt. Viele Bürger erhoffen sich durch den Wechsel einen Neubeginn.

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