Auf der Waldbühne wird’s turbulent und spannend

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Schon bei „Dracula“ hat die Waldbühne mit aufwendigen Projektionen gearbeitet. Jetzt geht sie noch einen Schritt weiter.
Schon bei „Dracula“ hat die Waldbühne mit aufwendigen Projektionen gearbeitet. Jetzt geht sie noch einen Schritt weiter. (Foto: Johannes Buhlert)
Corinna Wolber

Die Entscheidung ist gefallen: Die Waldbühne bringt in der kommenden Spielzeit das Kinderstück „Die Schatzinsel“ auf die Bühne. Beim Erwachsenenstück ist die Wahl auf „The purple Rose of Cairo“ gefallen – eine Filmkomödie nach dem gleichnamigen, allgemein aber nicht so bekannten Film von Woody Allen. Alexander Speh, Pressesprecher der Waldbühne, war selbst etwas überrascht, dass die Wahl auf diesen Stoff gefallen ist. „Ich kannte das Stück nicht, und auch der Film war mir kein Begriff“, sagt er – und das, obwohl er sogar Woody-Allen-Fan sei. Doch das neue Regieduo des Erwachsenenstücks, Frank Speh und Luna Selle, wollte etwas ganz eigenes machen. „Sie haben ein Stück gesucht, mit dem sie nichts Bekanntes imitieren müssen und das nicht schon jeder im Hinterkopf mit einer bestimmten Inszenierung verbindet.“

Das Kinderstück soll für Kinder ab sechs Jahren geeignet sein

In der engeren Auswahl der Regisseure seien insgesamt zwei Stücke gewesen. Letztlich hätten sich die Schauspieler bei einer Abstimmung für „The purple Rose of Cairo“ entschieden. Das Stück hat laut Speh vor allem einen ganz besonderen Reiz: „Es bietet etwas, das die Freilichtbühne noch nie gemacht hat. Während des laufenden Stückes werden Filmsequenzen auf eine Leinwand projiziert.“ Zuletzt habe die Waldbühne zwar Erfahrungen mit Projektionen gesammelt, sagt Speh. „Die technischen Möglichkeiten sind da.“ Eine Herausforderung seien die Pläne aber in jedem Fall.

In dem Stück geht es um die Kellnerin Cecilia, die ein armseliges Leben führt. Ihre einzige Freude ist der Kinofilm „The purple Rose of Cairo“, den sie sich immer wieder anschaut. Eines Tages verlässt die Filmfigur Tom Baxter die Leinwand und spricht Cecilia direkt an – mit enormen Folgen für die anderen Schauspieler, die den Film ohne Baxter nicht zu Ende spielen können. Es entwickelt sich eine turbulente Geschichte. Neben den technischen Ansprüchen für die Inszenierung hat es auch mal wieder das Bühnenbild in sich. Ein Teil der Bühne muss für das Stück in einen Kinosaal verwandelt werden, die Filmsequenzen brauchen schließlich ein realistisches Umfeld.

Der Kinosaal wird wahrscheinlich auf der Bühne das zentrale Gebäude, sagt Alexander Speh. „Das Publikum sieht dann den Kinosaal von hinten und blickt auf die Leinwand.“

Spannende Piratenabenteuer verspricht wiederum das Kinderstück „Die Schatzinsel“ nach dem gleichnamigen Roman von R.L. Stevenson. In Sigmaringendorf kommt es in einer Bearbeitung für Kinder und Jugendliche auf die Bühne. So blutrünstig wie das Original wird es dabei keineswegs zugehen: „Wir lassen die Leute leben“, sagt Speh. „Die Schatzinsel“, sicherlich eine der berühmtesten Piratengeschichten aller Zeiten, erzählt die Abenteuer des Jungen Jim Hawkins aus Bristol. Er arbeitet im Gasthaus seiner Mutter mit und träumt von Abenteuern als Seefahrer. Durch Zufall fällt ihm eines Tages eine Schatzkarte in die Hände, auf der eingezeichnet ist, wo sich der Schatz des berühmten Piraten Flint befindet. Zusammen mit zwei abenteuerlustigen Freunden der Familie sticht Jim in See, um den Schatz zu bergen. Was die hoffnungsfrohen Schatzsucher jedoch nicht wissen: Die Matrosen, die sie für ihr Schiff angeheuert haben, sind in Wirklichkeit die ehemalige Mannschaft Flints, die sich selbst auf der Jagd nach dem Schatz befindet. Es kommt zum spannenden Showdown auf der Schatzinsel.

Karin Maichle und Alexander Speh wollen das Stück actionreich und spannend, aber nicht brutal inszenieren. „Unser Ziel ist, dass wir es für Kinder ab sechs Jahren empfehlen können, um ein Erlebnis für die ganze Familie zu bieten“, sagt Speh.

Der Vorverkauf startet voraussichtlich am 1. März 2017. Vorher zeigen Jugendliche der Waldbühne im Januar im Alten Schlachthof in Sigmaringen noch ein selbst entwickeltes Stück zur Geschichte der Schwabenkinder unter dem Titel „Nach Schwaben, Kinder!“.

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