Zweier-Vorstand führt den HGV

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Führen den HGV (von links): Die Vorstandsmitglieder Matthias Eisele, Rolf Thiebach, Geschäftsstellenleiterin Christine Lehmann
Führen den HGV (von links): Die Vorstandsmitglieder Matthias Eisele, Rolf Thiebach, Geschäftsstellenleiterin Christine Lehmann und Schatzmeister Frank Oßwald. (Foto: Michael Hescheler)
Redaktionsleitung

Der Handels- und Gewerbeverein (HGV) hat die Weichen für die Zukunft erfolgreich gestellt: Bei der Hauptversammlung am Donnerstabend im Zoller-Hof stimmten die rund 50 Anwesenden einstimmig für eine Satzungsänderung. Sie reduzierten den Vorstand von vier auf zwei Mitgliedern. Matthias Eisele und Rolf Thiebach, die bislang schon der Vereinsführung angehörten, ließen sich für weitere zwei Jahre wählen. „Ich bin froh, dass es so ausgegangen ist“, sagte Matthias Eisele, der Verlagsleiter bei der „Schwäbischen Zeitung“ ist.

Die Satzungsänderung leuchtete den Mitgliedern ein. „Sie ist essentiell, damit der Verein weiter bestehen bleiben kann“, sagte Eisele. Bislang gehörten dem Vorstand vier gleichberechtigte Mitglieder ein. „Damit konnten wir nicht schnell und zielführend entscheiden“, so Eiseles Einschätzung. Das Ausscheiden von Biljana Slavulj, Filialleiterin von Mode Maier, und Immobilienmaklerin Nicole Friemauth wurde nun dazu genutzt, das Gremium zu verkleinern. Nach einer Amtszeit hatten die beiden ihren Abschied angekündigt. Matthias Eisele wollte ursprünglich auch aufhören, doch – auch weil sich kein Nachfolger fand – entschied er sich zum Weitermachen.

Die geänderte Satzung lässt der Hauptversammlung bei den Vorstandswahlen künftig einen gewissen Spielraum: Dem Vorstand müssen mindestens zwei und können maximal vier Mitglieder angehören. In der Satzung ist außerdem geregelt, dass kein Vorstandsmitglied allein vertretungsberechtigt ist. Es braucht dazu immer mindestens zwei. Der Banker Jörg Heilmann (Südwestbank) gibt das Kassenbuch an Frank Oßwald (Volksbank) weiter. Oßwald hatte zur Bedingung für seine Wahl gemacht, dass sich seine Arbeit auf die Kassenführung beschränkt. Alle Kandidaten wurden einstimmig gewählt.

Matthias Eisele rief die Mitglieder dazu auf, mehr Initiative zu zeigen. „Sie sitzen hier und haben hohe Erwartungen an den Vorstand. Das ist ein Aufruf, ab morgen aktiver zu sein.“ Für die verkaufsoffenen Sonntage 2019, die nur genehmigt werden, wenn eine gewichtige Veranstaltung angehängt ist, gebe noch keine Idee. Wem etwas einfalle, der solle sich melden. Aktuell gehören dem Verein 88 Firmen an, im Vergleich zum Vorjahr blieb diese Zahl stabil.

Sein Vorstandskollege Rolf Thiebach vom Weinhaus Mebold vermittelte den Anwesenden in einer flammenden Rede das Gefühl, dass der stationäre Handel trotz aller Skepsis und Probleme eine Zukunft habe. Es komme auf die Menschen hinter der Theke und ihre Persönlichkeit, Kompetenz, Ehrlichkeit und Vertrautheit an. „Wir müssen den Kunden klarmachen, dass es in Sigmaringen ein bisschen besser ist.“ Zum Beispiel als im Internet.

Bürgermeister Thomas Schärer verdeutlichte die Bereitschaft der Stadt und des Gemeinderats, den Einzelhandel zu unterstützen. „Wir stehen unisono hinter Ihren Bemühungen und sind bereit, die Arbeit nicht nur ideell, sondern auch finanziell zu unterstützen.“ Die Stadt würde sich über die Verschmelzung des HGV und der Initiative Sympathisches Sigmaringen (ISS) freuen, wiederholte er einen bereits kürzlich im Gemeinderat geäußerten Wunsch.

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