Zur Hochzeit war der „Adler“ genagelt voll

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Die Jubilare Ingrid und Paul Hartmann, daneben die Porträts ihrer beiden Kinder aus dem Jahre 1977.
Die Jubilare Ingrid und Paul Hartmann, daneben die Porträts ihrer beiden Kinder aus dem Jahre 1977. (Foto: Peggy Meyer)
Peggy Meyer

Wenn am Sonntag der Männergesangverein am Haus der Eheleute Hartmann in Oberschmeien ein Ständchen zu Gehör und der Bürgermeister Blumen bringt, dann sind Paul Hartmanns schlaflose Nächte sicher vorbei und der Tag der goldenen Hochzeit endlich da.

Am 15. April 1968, damals ein Ostermontag, gaben sich Ingrid und Paul Hartmann in der Kirche von Oberschmeien das Ja-Wort. Zwei Tage zuvor hatten sie sich standesamtlich trauen lassen. Paul Hartmann war damals Mitglied der Musikkapelle, also wurde das Brautpaar musikalisch zur Kirche und zum Gasthaus „Adler“ begleitet, wo dann zum Brauttanz aufgespielt wurde. „Das Gasthaus war bis unter die Decke voll“, erinnert sich Ingrid Hartmann und lacht. Beide sind in Oberschmeien geboren, also Urgesteine. „Und formell eingeladen wurde damals nicht, es kam, wer wollte“, fügt Paul Hartmann an.

Seit Kindertagen im gleichen Ort zusammen aufgewachsen und die gleiche Schule besucht, haben Ingrid und Paul Hartmann dann in der Landjugend enger zueinander gefunden.

Zurück nach Oberschmeien

Nach der Hochzeit zogen die jungen Eheleute kurzzeitig nach Sigmaringen, Ingrid Hartmann arbeitete zu der Zeit noch beim Autohaus Müller, dem heutigen Autohaus Fuss. Schnell merkten aber beide, dass Mietwohnung und Stadt nichts für sie sind und zogen zurück nach Oberschmeien. In diese Zeit fiel auch die Geburt ihres Sohnes Jürgen, fünf Jahre später folgte Tochter Nicole. Mittlerweile sind die Hartmanns stolze Großeltern eines 17-jährigen Enkels und einer zwölfjährigen Enkelin.

Paul Hartmann absolvierte 1960 bis 1962 bei der Elektrozentrale Sigmaringen, damals noch in der Marstall-Passage, erfolgreich seine Lehre. 1963 wechselte er als Betriebselektriker zur Firma Steidle, der er 35 Jahre lang die Treue hielt. Er legte die Meisterprüfung ab und arbeitete von 1976 bis 1983 immer wieder für mehrere Monate in Saudi-Arabien als Elektrikermeister auf den Baustellen-Camps der Firma. Daheim war Ingrid Hartmann stundenweise im Textilbetrieb tätig und managte Haus und Familie. „Es war nicht immer leicht, aber als junge Familie mit einem neuen Haus konnten wir das Geld gut gebrauchen“, blicken die Hartmanns zurück. Von 1998 bis zum Renteneintritt 2005 war Paul Hartmann dann als Servicetechniker bei der Firma Henkel in Bingen beschäftigt. Zur Ruhe setzen sich die Hartmanns noch lange nicht. Beide sind sehr rege und interessiert und bringen sich positiv ins Ortsgeschehen ein. Ingrid Hartmann ist Mitglied im Sportverein, wo sie bei der Frauengymnastik mitturnt, Paul Hartmann singt beim Männergesangsverein, dessen Vorsitz er 20 Jahre innehatte. Außerdem war er jahrelang Mitglied im Ortschaftsrat.

Wenn die Gesundheit es zulässt, wollen die Hartmanns noch lange aktiv bleiben. Urlaub machen, Essen mit Freunden oder Konzerte besuchen, das wünschen sie sich und sehen der Zukunft gelassen entgegen: „Wir nehmen es, wie es kommt.“

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