Wunsch: Mehr Angebote für Kinder

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 Stelle sich in der evangelischen Kirchengemeinde der Wahl (von links): Artur Beck, Sandra Klotz, Susanne Sodenkamp, Frank Richt
Stelle sich in der evangelischen Kirchengemeinde der Wahl (von links): Artur Beck, Sandra Klotz, Susanne Sodenkamp, Frank Richter, Susanne Heckel, Barbara Gall und Ingrid Mors. (Foto: Elisabeth Weiger)
Elisabeth Weiger

In der württembergischen Landeskirche werden am 1. Dezember die Kirchengemeinderäte sowie die Mitglieder der Landessynode gewählt. Alle evangelischen Gemeindemitglieder ab 14 Jahren dürfen an der Wahl teilnehmen. Das sind in Sigmaringen zirka 4500 Personen. Vergangenen Donnerstag haben sich die Kandidaten den Gemeindemitgliedern vorgestellt. Sonja Kehrle aus Sigmaringen und Cornelia Zoller aus Sigmaringendorf ließen sich entschuldigen. Für die neun Sitze gibt es neun Kandidaten.

Moderator Jörg Armbruster eröffnete die Vorstellungsrunde mit dem Lied „Aus Gottes guten Händen“ von Pfarrer Micha Fingerle am Klavier begleitet.

Die „erfahrenen und frischen Kräfte“, so Armbruster, stellten sich reihum vor. In der ersten Fragerunde gaben sie Auskunft über ihre Person, um anschließend ihre Beweggründe offenzulegen, warum sie sich für ihre Kirche einer „guten Wahl“ stellen wollen.

Artur Beck aus Sigmaringen möchte die Pfarrerschaft in verwaltungstechnischen Fragen unterstützen. Sein besonderes Engagement gilt der Pflege und dem Ausbau der partnerschaftlichen Beziehungen zu Thann und Feldkirch.

Barbara Gall, ebenfalls aus Sigmaringen, stellt sich zum dritten Mal der Wahl. Das Mitglied in der Synode des Kirchenbezirks Balingen nannte das Zusammenwachsen von Stadt- und Kreuzkirche sowie ein ausgewogener Gottesdienstplan, der auch die Teilorte zufriedenstellen kann, zuerst. Besonders am Herzen liegt ihr die Entwicklung von Konzepten, damit die Kirche auch für jüngere Gemeindemitglieder attraktiv wird. „Wir müssen Gottesdienstzeiten und -formen so gestalten, dass sie junge Familien ansprechen, denn nur über die Eltern erreichen wir die Kinder!“

Erzieherin Sandra Klotz: „Möchte etwas zurückgeben“

Erzieherin Sandra Klotz aus Inzigkofen räumte der Arbeit der Besuchsdienste und der Kinder- und Jugendarbeit den ersten Platz in ihrer Prioritätenliste ein. In die Kirche zurückgefunden habe sie anlässlich der Konfirmation ihrer Tochter. „In der Gemeinde fühle ich mich aufgehoben und angenommen, und was ich bekommen habe, möchte ich mit meinem Engagement zurückgeben“.

Rechtsanwältin Susanne Heckel ist seit sechs Jahren Kirchengemeinderätin. Die Dozentin in den Bereichen Altenpflege, Krankenpflege und Behindertenhilfe möchte mit Freude und Begeisterung die bereits in die Wege geleiteten Schritte einer Kirche im Umbruch weitergehen und dabei tatkräftig mitarbeiten. Kindergarten, Posaunenchor und die Ökumene vor Ort liegen ihr am Herzen.

Ingrid Mors aus Bingen, seit 2001 sowohl Mitglied im Kirchengemeinderat als auch in der Bezirkssynode, möchte sich für ein alle Menschen ansprechendes Gemeindeleben einsetzen. Diakonisches Handeln ist für sie gelebter Glaube. „Caritas kennt jeder, aber wer kennt die Diakonie? Sie gehört in die Innenstadt, nicht ins Gemeindehaus, denn mein Glaube soll mir auch in der Stadt begegnen“, wünscht sie sich.

Gläubige sollen in der Kirche ein Zuhause finden

Frank Richter lebt und arbeitet seit 19 Jahren in Sigmaringen. Für eine offene, bunte, einladende und fröhliche Kirche möchte sich der leidenschaftliche Sänger auch in seiner zweiten Amtsperiode einsetzen. „Wie kriegen wir es hin, dass Menschen bei uns ein Zuhause finden?“ In dem Bemühen, auf diese Frage Antworten zu finden, möchte er die Pfarrerschaft unterstützen und bereitwillig auch neue Wege gehen.

Architektin Susanne Sodenkamp aus Krauchenwies, seit drei Jahren Kirchengemeinderätin, möchte auch weiterhin gemeinsam mit „dem tollen Team der Verantwortlichen“ in der spannenden Gemeindeentwicklung und -verwaltung mitarbeiten. Eine Herzensangelegenheit ist für sie die gelebte Ökumene und an die Teilorte gerichtet fügte sie hinzu: „Christ kann ich überall sein. Man kann auch in Sigmaringen zum Gottesdienst gehen.“

Der Vorstellungsrunde folgte eine rege Diskussion unter den Anwesenden über die schrumpfende Zahl von Gottesdiensten und den zu spärlichen Angeboten für Kinder und Jugendliche.

Angesichts der gesellschaftlichen und demografischen Veränderungen müsse sich auch die evangelische Kirche auf härtere Zeiten einstellen, denn „besser wird es nicht mehr“, sagte Barbara Gall. Mit einem Appell beendete Jörg Armbruster den Informationsabend: „Gehen Sie zur Wahl und zeigen Sie, dass Ihnen Ihre Kirche wichtig ist!“

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