Wieso dieser 76-jährige Japaner plötzlich durch Sigmaringen gewandert ist

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Daumen hoch: Sein Weg führt den Japaner Junji Miyoshi unter anderem durch Sigmaringen.
Daumen hoch: Sein Weg führt den Japaner Junji Miyoshi unter anderem durch Sigmaringen. (Foto: Peggy Meyer)
Peggy Meyer

Ein Kegelhut aus Bambus, ein Gesicht aus dem Land des Lächelns und ein Rucksack, der fast so groß wie sein Träger scheint, mit einer Deutschlandfahne: Junji Miyoshi aus dem fernen Osaka wandert dieser Tage durch Europa und zieht viele neugierige Blicke auf sich. So auch auf dem Schaukelpfad am Laizer Wehr.

In etwas holprigem Englisch erzählt der 76-Jährige von seiner Reise. Gestartet sei er am 11. Juni in Basel, am 5. September möchte er in Belgrad eintreffen. Dann hat Junji Miyoshi einen Fußmarsch von etwa 1300 Kilometern zurückgelegt. Übernachten wird er mal in Jugendherbergen, mal bei Gastfamilien. Die meisten Nächte jedoch wird der Japaner im Zelt auf der Isomatte verbringen. Beides trägt er unterhalb seines Rucksacks neben seinem Nilpferd-Maskottchen mit sich.

 Sein Weg führt den Japaner Junji Miyoshi unter anderem durch Sigmaringen.
Sein Weg führt den Japaner Junji Miyoshi unter anderem durch Sigmaringen. (Foto: Peggy Meyer)

Es ist nicht das erste Mal, dass sich der Lehrer allein auf einen langen Weg begibt, sagt er. Bereits vor fünf Jahren legte er von der portugiesischen Atlantikküste bis nach Oslo mehr als 4300 Kilometer auf Schusters Rappen zurück. Seine Beweggründe? Bei dieser Frage zeigt der Japaner spontan auf sein Herz. Es sei ihm eine Herzensangelegenheit, sagt er. Er wolle „Danke!“ sagen für die Hilfe und Unterstützung und erinnern an den Tsunami, der 2011 verheerend in Japan wütete und viele Tausende Menschenleben kostete.

Eine Tour für das kommende Jahr hat der 76-Jährige auch schon geplant: Von Belgrad nach Istanbul will er wandern, 2200 Kilometer abermals quer durch Europa.

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