Wie eine Studentin in Afrika zum helfenden Engel wird

Lesedauer: 4 Min
Nicole Mtawa (zweite von links) signiert ihre B�cher.
Nicole Mtawa (zweite von links) signiert ihre B�cher.

Die 1979 in Schwäbisch Gmünd geborene Nicole Mtawa hat auf Einladung der Stadtbibliothek und der Hochschulbibliothek in der Alten Schule aus ihrem Buch „Sternendiebe. Mein Leben in Afrika“ gelesen. Die ehemalige Studentin der Hochschule Albstadt-Sigmaringen setzt sich seit Jahren in Afrika für hilfsbedürftige Kinder ein.

Eigentlich wollte Nicole Mtawa im Jahr 2005 lediglich ein Auslandssemester in Afrika machen, um dort ihre Diplomarbeit über Arbeitsmöglichkeiten in der Textilherstellung vorzubereiten, doch im Laufe der Zeit änderte sich ihr Leben durch Begegnungen mit den Menschen dort zunehmend. „Bis zum vierten Semester war mein Leben ganz normal“, sagte die Autorin, deren Buch „Sternendiebe. Mein Leben in Afrika“ vor kurzem erschien. Bevor Nicole Mtawa jedoch nach Afrika aufbrach, entdeckte sie ihre Reiselust und zeigte den Zuhörern in der Alten Schule Fotos ihrer früheren Reisen zum Beispiel nach Australien, die immer im argen Kontrast zu ihrem typischen Studentenleben standen.

„Nach Australien war ich ein anderer Mensch“, sagte die Autorin und dieser andere Mensch setzte sich fortan für bedürftige Kinder ein, wann immer er konnte. In Indien half Nicole Mtawa in einem Waisenhaus und spielt seitdem mit dem Gedanken, dort ein Heim für vollpflegebedürftige Kinder und auch einen Verein zu gründen. Nach Indien folgte dann die Reise nach Tansania in Ostafrika, und langsam lernte sie Land und Leute näher kennen. Da sie mit und unter den Menschen lebte und deren Probleme somit hautnah erfuhr, wuchs in ihr der Wunsch, den Menschen zu helfen. „Um zu helfen, musste ich aber erst erfahren, wie die Menschen in dem Land ihr Geld verdienen können“, sagte Nicole Mtawa, die ihren Mitmenschen Hilfe zur Mithilfe anbot.

Gelebte Nächstenliebe

Schließlich lernte sie ihren jetzigen Mann Juma kennen und lieben, der ihr von seiner schwierigen Kindheit und dem Leben auf den Straßen von Dar es Salaam erzählte. Nicoles und Jumas Weg zueinander bewegte die Zuhörer sehr. Vor allem auch Jumas erste Reise nach Deutschland zu den Schwiegereltern steckte für den jungen Mann voller Überraschungen, so wunderte er sich zum Beispiel, dass in Deutschland die Hunde in der Wohnung zusammen mit den Menschen leben.

„Das ist fernab jeder Religiosität, das ist gelebte Nächstenliebe“, sagte Susanne Fuchs von der Hochschulbibliothek nach der Lesung und fügte hinzu: „Es ist doch eigentlich ganz simpel. Es gibt nichts Gutes außer man tut es.“

Nicole und Juma Mtawa standen anschließend noch für Fragen der Zuhörer zur Verfügung und signierten fleißig die Bücher, deren Erlös für die Projekte des Paares mitverwendet werden soll. (uka)

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