Wenn die öffentliche Hand baut, dann kostet’s

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Michael Hescheler
Michael Hescheler (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung
Redaktionsleitung

Wenn die öffentliche Hand baut, dann wird es meistens teurer. Wie jetzt beim Parkhaus am Krankenhaus. Die Kosten sollen laut Angebot um knapp 30 Prozent steigen. Der Kreistag wird am Montag über die Kostensteigerung beraten und, das ist leider Realität, er wird diesen Wahnsinn mittragen müssen. Alternative: Die Baugrube wird wieder zugeschüttet, Mitarbeiter und Besucher parken künftig auf dem Acker gegenüber, der eigentlich für den Neubau der Bertha-Benz-Schule reserviert ist.

Ein Privatmann wäre pleite, wenn der Hausbau derart aus dem Ruder laufen würde. Unvorstellbar, wenn das mit 300 000 Euro veranschlagte Häuschen plötzlich um knapp 100 000 Euro teurer werden würde.

Doch diesmal – das muss zur Ehrenrettung der Aufsichtsräte der SRH-Kliniken gesagt werden – trifft sie nur eine Teilschuld. Nämlich, dass sie sich auf die Vorhersagen der Architekten verlassen haben. Ein Bauherr muss, das zeigt die Erfahrung, einen Puffer einkalkulieren. Der Puffer fürs Parkhaus war eindeutig zu klein.

Nicht beeinflussen können Aufsichtsräte die exorbitant gestiegenen Baupreise, unter denen private und öffentliche Bauherren leiden. Nicht auszudenken, was dies für Großprojekte wie den Innovationscampus auf dem Kasernenareal und die Freibad-Sanierung bedeutet. Kommunen bleibt künftig wohl nur noch eines übrig: aufschieben, wenn es die Dringlichkeit zulässt.

Sonst zahlt’s der Steuerzahler. Die Kliniken sollen, um die höheren Baukosten finanzieren zu können, von Gesellschaftern wie dem Kreis ein Darlehen bekommen. Die Laufzeit des Darlehens ist noch offen und die Rückzahlung ebenso. Die Last wird in die Zukunft verschoben.

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