Was ein Besuch des Stadtfests in Sigmaringen kostet

 Fast schon historischen Charakter hat dieses Foto: Lange vor Corona hat Bürgermeister-Vize Elmar Belthle den Bieranstich beim S
Fast schon historischen Charakter hat dieses (Foto: privat)
Redaktionsleitung

Verglichen mit großen Festen sind die Preise in Sigmaringen noch moderat, aber gestiegen sind sie trotzdem: Die Halbe Bier kostet auf dem Stadtfest 3,50 Euro, das Apfelsaftschorle 2,50 Euro. Vor Corona waren die Preise deutlich günstiger. Die Inflation ist aber nicht das einzige Problem, mit dem die Vereine zu kämpfen haben. Die Hanfertäler Eulenzunft, bekannt für die gebratenen Forellen, wusste lange nicht, ob und wo sie Bratfett und Bratöl einkaufen kann.

Der Einkauf ist ein Problem

Die Probleme fangen beim Einkauf an, dem Zunftmeister der Eulenzunft und seiner Frau geht es da wie vielen anderen Menschen in Zeiten ein immer deutlicher zu spürenden Inflation. Die Familie Löffler führt genau Buch und deshalb kann sie die Einkaufspreise vergleichen. Eine Tube Ketchup kostet genau das Doppelte, verglichen mit dem Stadtfest 2019.

Beim Rapsöl, das die Eulen zum Frittieren der Pommes verwenden, ist es noch extremer: Ein Zehn-Liter-Gebinde Rapsöl kostet rund 34 Euro, vor drei Jahren verwendeten die Eulen noch Sonnenblumenöl und bekamen dieselbe Menge für knapp 15 Euro.

Wir wollten das nicht auf den letzten Drücker machen.

Klaus Löffler von den Hanfertäler Eulen

Fünfmal tauschen sie das Öl in den zwei Tagen, da kommt einiges zusammen. Um Bratfett für den Forellenbräter zu finden, musste das Ehepaar Löffler einige Zeit suchen. „Im Kaufland sind wir schon vor einiger Zeit fündig geworden. Wir wollten das nicht auf den letzten Drücker machen“, sagt Klaus Löffler.

Es gibt gewisse Schallmauern

Ihre Verkaufspreise kalkulierte die Eulenzunft so, dass es einigermaßen auskömmlich ist, und es den Besuchern trotzdem nicht den Schrecken in die Glieder treibt. Bei den Pommes wollten sie die Schallmauer von drei Euro nicht durchbrechen, obwohl die Kosten eigentlich einen höheren Preis rechtfertigen würden (bislang kosteten Pommes 2,50 Euro). Für die Forellen mit Kartoffelsalat verlangen die Eulen 9,80 (bislang 8,80 Euro), sie wollten unter der 10-Euro-Schwelle bleiben.

Das sind die Preisempfehlung der Stadt

An die nicht verbindliche Preisempfehlung der Stadtfest-Verantwortlichen bei den Getränken hält sich die Eulenzunft. Die Halbe Bier wird für 3,50 Euro verkauft (bislang 2,90), die Flasche Apfelschorle kostet 2,50 Euro (bislang 2,30 Euro), das Tafelwasser 2 Euro (bislang 1,90 Euro). Die Getränke beim Stadtfest werden exklusiv von der Laizer Firma Maier geliefert, die den Zoller-Hof-Festbetrieb in Sigmaringen organisiert.

Ein Verein rundet ab

Ähnlich wie die Eulenzunft geht die Tischtennisgemeinschaft (TTG) mit der Preisempfehlung um. „Einmal konnten wir sogar abrunden, weil wir auf runde Preise achten“, sagt der Vorsitzende Frank Kuhn. Das Viertele Weißwein kostet bei der TTG 3,50 Euro (das ist der Preis aus dem Jahr 2019), laut der Empfehlung der Festkommission können 3,80 Euro verlangt werden.

Mehr wollten wir dafür nicht verlangen.

Frank Kuhn von der Tischtennisgemeinschaft

Die Tischtennisgemeinschaft bietet Schupfnudeln und Seelen an und hat sich trotz eines teurer werdenden Einkaufs mit Preiserhöhungen zurückgehalten. Die Portion Schupfnudeln kostet 4 Euro, eine belegte Seele 3,50 Euro. „Mehr wollten wir dafür nicht verlangen“, begründet Frank Kuhn, warum er die Preise des Jahres 2019 beibehalten hat.

40 Stände warten auf die Besucher

„Insgesamt zählen wir fast 40 Stände, die meisten davon von Vereinen“, sagt Ulrike Sieber, die für die Stadt seit 30 Jahren an der Organisation des Fests beteiligt ist – inzwischen federführend. Nach fast zweieinhalb Jahren Corona-Pandemie könnten die Vereine das Geld, das sie beim Stadtfest einnehmen, auch gut gebrauchen.

Das Fest selbst findet in ähnlicher Form wie vor der Pandemie statt. Offizielle Eröffnung ist am kommenden Samstag um 11 Uhr auf der Rathausbühne, das Fest endet am frühen Sonntagabend. Eine Besonderheit ist, dass der Fanfarenzug der Narrenzunft Vetter Guser parallel zum Stadtfest sein Jubiläum feiert.

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