Waldgenossenschaft Südwest löst sich auf

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Schwäbische Zeitung

Die Generalversammlung der Waldgenossenschaft Südwest hat beschlossen, das Unternehmen zur Vermarktung von Rohholz aufzulösen. Das Interesse an der Genossenschaft sei ebenso weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben wie die Anzahl der Mitglieder, heißt es in einer entsprechenden Pressemitteilung. Eine entscheidende Rolle habe aber auch ein Kartellrechtsverfahren vor dem Bundesgerichtshof gespielt.

Die Waldgenossenschaft Südwest war im Mai 2017 während des laufenden Kartellrechtsverfahrens gegen ForstBW gegründet worden. „Die damals angenommene Entwicklung der Holzvermarktung in Baden-Württemberg vor allem für Kommunal- sowie Privatwälder wurde zu diesem Zeitpunkt juristisch, fachlich und gesellschaftlich anders eingeschätzt, als dies mit Ende des Verfahrens eingetreten ist“, heißt es in der Mitteilung. Das vorherige Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf sei durch den Bundesgerichtshof aufgrund eines Formfehlers nicht bestätigt worden. Aus diesen Annahmen heraus sei die Waldgenossenschaft gegründet worden, um vorbereitend Holzverkaufsstrukturen in Baden-Württemberg aufzubauen.

„Nach knapp dreieinhalb Jahren Geschäftsbetrieb mussten Vorstand und Aufsichtsrat der Genossenschaft aber anerkennen, dass ein gemeinsamer Holzverkauf in Form eines genossenschaftlichen Zusammenschlusses nicht das erhoffte Interesse bei kommunalen und größeren Privatwaldbesitzern im Südwesten geweckt hat“, heißt es in der Mitteilung. „Die Bereitschaft der Waldeigentümer, den Holzverkauf an eine professionelle Vermarktungsgemeinschaft in der Rechtsform einer Genossenschaft abzugeben, hat leider keinen Anklang gefunden.“ Selbst die aktuelle Marktlage sei offensichtlich immer noch für viele Waldeigentümer auskömmlich genug, um so weiterzumachen wie bisher. „Dabei hat mit Sicherheit der unerwartete Ausgang des Kartellverfahrens wesentlich dazu beigetragen, dass Waldeigentümer außerhalb der Staatsforsten kein Interesse an einer gemeinsamen Rundholzvermarktung hatten.“ Die Eintrittsregeln hätten potenzielle Forstbetriebe wohl zusätzlich davon abgehalten, der Genossenschaft beizutreten.

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