Waldarbeiter verunglückt und wartet drei Stunden auf Hilfe

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 Beim Zersägen einer Buche kommt es in einem Waldstück bei Jungnau zu einem Unfall. Der Waldarbeiter hat Glück, dass ihn ein zuf
Beim Zersägen einer Buche kommt es in einem Waldstück bei Jungnau zu einem Unfall. Der Waldarbeiter hat Glück, dass ihn ein zufällig vorbeikommender Jäger findet. (Foto: Symbol: Roland Weihrauch/dpa)
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Drei Stunden lang hat ein verunglückter 70-jähriger Mann am Montagnachmittag in einem Wald bei Jungnau auf Hilfe gewartet. Seine Hand wurde bei Baumfällarbeiten eingeklemmt. Ein zufällig vorbeikommender Jäger entdeckte den Mann und verständigte die Rettungskräfte. Die Feuerwehr Sigmaringen befreite den Waldarbeiter, der mit schweren Verletzungen an der Hand ins Krankenhaus gebracht wurde.

Wie fast jeden Tag nach der Arbeit spaziert der angehende Werkzeugmechaniker Matthias Kratz durch ein Waldstück nördlich des Nollhofs. Der Jäger geht in dem Gebiet seinem Hobby nach. An diesem Montag hat er seinen dreijährigen Sohn, der mit einer Taschenlampe die Dunkelheit auskundschaftet, und zwei Hunde dabei.

Einer der Hunde, ein Australian Shepher, läuft voraus und fängt unvermittelt an zu bellen. „Der Hund stellte den Mann“, erzählt Matthias Kratz. Daraufhin hören der Jäger und sein Sohn, wie der 70-jährige Waldarbeiter um Hilfe ruft, und laufen zu ihm.

Der Baum stand unter einer unglaublichen Spannung

Was war passiert? Der Mann hatte versucht, eine bei einem Sturm teilweise umgeknickte Buche, zu fällen. „Der Baum stand unter einer unglaublichen Spannung“, so die Beobachtung des Jägers. Als der Mann versucht hatte, einen Keil in den Baum zu sägen, kam es zu dem Unfall. Die Polizei beschreibt ihn so: „Beim Setzen eines Fällkeils und Versuch diesen mit einem Hammer einzutreiben, rutschte der Keil heraus und gleichzeitig die Hand des Mannes an dessen Stelle.“ Der zurückfedernde Baumstumpf habe die Hand des Mannes eingeklemmt.

Jäger Matthias Kratz versucht erst, den Mann mit dessen Motorsäge zu befreien, doch als er nicht weiter kommt, wählt er um 17.43 Uhr über sein Handy den Notruf. „Ich habe eine App Hilfe im Wald, doch da sie keine GPS-Daten empfing, habe ich mit der Leitstelle einen Treffpunkt vereinbart“, erzählt der Ersthelfer. Dort wartet er auf die Feuerwehr, die mit 24 Mann und vier Fahrzeugen anrückt und lotst sie zu dem verletzten Mann, der drei Stunden auf seine Rettung gewartet hatte.

Laut Kommandant Jürgen Bossert befindet sich unter den Feuerwehrkameraden ein Forstarbeiter, der die Rettung übernimmt. Er sägt in den Baum einen weiteren Keil, wodurch der Spalt sich wieder öffnet und die eingeklemmte Hand herausgenommen werden kann.

Das Verhalten des Ersthelfers nennt der Feuerwehrkommandant „vorbildlich“. Wer weiß, was passiert wäre, wenn sein Hund den Mann nicht gefunden hätte.

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