Vier verdiente Lehrer gehen in den Ruhestand

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Mit Mechthilde Herrmann, Dieter Blender, Marianne Karl-Zurell sowie Werner Zurell gehen 146 Jahre geballte und kompetente Unterr
Mit Mechthilde Herrmann, Dieter Blender, Marianne Karl-Zurell sowie Werner Zurell gehen 146 Jahre geballte und kompetente Unterrichtserfahrung in den wohlverdienten Ruhestand (von links). (Foto: THOMAS GIEREN)
Schwäbische Zeitung

Zum Schuljahresende sind insgesamt sieben Lehrer der Liebfrauenschule bei einer internen Feier von ihrem Kollegium liebevoll verabschiedet worden. Darunter gehen die beiden besonders das Gymnasium prägenden Lehrer Dieter Blender und Mechthilde Herrmann sowie das – nicht nur – die Realschule bereichernde Lehrerehepaar Marianne Karl-Zurell und Werner Zurell in den wohlverdienten Ruhestand. Alle vier haben an der Liebfrauenschule ganz eigene Spuren hinterlassen, der Schule einen ganz eigenen Stempel aufgedrückt, heißt es in einer Mitteilung der Schule. Deshalb wurden die vier Lehrer von den Schulleitern Gerald Eisen und Manfred Engler sowie dem Kollegium und dem Elternbeirat mit würdigenden Rückblicken sowie kreativen Darbietungen, die von extra erstellten Nachrichtenblättern hin zu charmanten Tanzeinlagen reichten, geehrt.

Dieter Blender, der „Mann mit dem Rucksack“, verbrachte insgesamt 37 Jahre am Lize und vermittelte in diesen Jahren sicher etwa 5000 Schülern mehr als nur die Grundlagen der Mathematik und Politik. Geschätzt von Schülern nicht nur, weil er „gut erklären“ konnte, sondern weil er durch seinen respektvollen und freundlichen Umgangston im Unterricht signalisierte, seine Schüler wirklich zu mögen. Stets politisch engagiert und durchaus kämpferisch, wenn es um die Rechte der Schüler oder Lehrer ging, war es ihm ein besonderes Anliegen, daran zu mahnen, sich doch des eigenen Verstandes zu bedienen, und zur politischen Teilhabe -z.B. durch das Wählen - aufzurufen. Mit seiner zurückhaltenden, zuverlässigen Art eher ein pragmatischer „Macher“ als ein Freund großer Worte war er ein sehr geschätzter Kollege, der sich über die Unterrichtstätigkeit hinaus auf vielfältige Weise für die Schulgemeinschaft engagierte, sei es als Computerverwalter und -fachmann, in der Schulkonferenz oder in 26 Jahren Fachschaftsleitung Mathematik.

Regel- und Protokollheft weist weg durch Mathe-Abitur

Auch Mechthilde Herrmann kann auf mehr als 30 Jahre Liebfrauenschule zurückblicken. Seit 1982 prägte sie mit ihrem klar strukturierten und gewissenhaft vorbereiteten Unterricht in den Fächern Mathematik, Chemie und Physik Generationen an Liebfrauenschülern. Besonders ihr detailliertes „Regelheft“ oder das „Protokollheft“ wurde von ihren und auch anderen Schülern geschätzt, weil es so manch einem einen sorgfältigen und sehr nachvollziehbaren Weg zum und durch das Mathematikabitur wies. Für ihre bescheidene, freundliche, hilfsbereite Art war sie im Kollegium bekannt und ihre große fachliche Kompetenz machte sie zu einer zuverlässigen Stütze, heißt es in der Mitteilung. Über viele Jahre lang hatte sie zudem über die reine Unterrichtstätigkeit hinaus mit großer Umsicht das schwierige Geschäft der Stundenplangestaltung übernommen.

Realschullehrerin Marianne Karl-Zurell erhielt 1981 ihre Zusage für die Liebfrauenschule per Telegramm erst zwei Wochen vor Schuljahresbeginn für die Fächer Englisch und Sport, später kam auch Kunst hinzu. Drei Jahre später folgte ihr späterer Ehemann Werner Zurell mit den Fächern Englisch, Erdkunde, Geschichte und anfangs auch Sport. Beide haben als Vollblutlehrer „mit Herz und Leben“ das Bild der Liebfrauenschule nach innen und außen auf unnachahmliche Weise geprägt: Sei es durch Werner Zurells Funktionen als Organisator der Schulbücher-Ausleihe und des BORS-Praktikums, als Fachschaftsleiter Englisch und als Lehramtsprüfer für das RP Tübingen oder durch das künstlerische Gespür seiner Ehefrau Marianne, die unzählige kleine und ganz große Veranstaltungen auf die Beine gestellt und durch selbstgemachte Requisiten und Kostüme, tänzerische Choreographien sowie intensive Zusammenarbeit mit Chor und Orchester in Szene gesetzt hat. Gerade auch ihre Art des Umgangs mit anderen Menschen, ihre Teamfähigkeit, ihre warmherzige, freundliche und humorvolle Zusammenarbeit mit allen am Schulleben Beteiligten machte die Zurells zu „Edelsteinen“ der Schulgemeinschaft Liebfrauenschule.

Ferner wurden in der Realschule die „Feuerwehr-Fachfrauen“ Andrea Erdlen und Kathrin Kratz sowie Referendar Manuel Jakob in Richtung ihrer neuen Wirkungsstätten verabschiedet.

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