Viel Theater um einen Millionengewinn

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 Viel Trubel herrscht in der Pension Köblere, unter anderem wegen einem Lottogewinn, drei aufmüpfigen Töchtern und einem Schlage
Viel Trubel herrscht in der Pension Köblere, unter anderem wegen einem Lottogewinn, drei aufmüpfigen Töchtern und einem Schlagerstar. (Foto: Sabine Rösch)
Sabine Rösch

Erstmals an einen Drei-Akter hat sich Theatergruppe Jungnau um Regisseurin Rita Zimmerer mit dem Stück „Töchter zu verschenken“ gewagt – ein voller Erfolg mit derbem Einschlag. Die Besucher in der vollen Schlossgartenhalle in Jungnau fühlten sich jedenfalls hörbar von den Laienschauspielern unterhalten. Auch die Musik kam nicht zu kurz; die Musikkapelle mit ihrem Dirigenten Edwin Pawtowski umrahmte den Abend schwungvoll.

Rolf Pawtowski, Vorstand der Musikkapelle Jungnau, versprach schon vorab, dass sowohl die Musiker als auch die Theaterspieler die Gäste mit guter Unterhaltung beschenken würden. Und so gestaltete sich der Abend dann auch. Den musikalischen Auftakt bildete das Samba-Stück „La Bonita“, charmant angesagt von Lana-Marie Pawtowski, gefolgt von der Polka „Winterrosen“. Danach erhob sich der Vorhang und das lustige Schauspiel in der Pension Köberle des Ehepaars Leo und Lydia Köberle (Hans-Jürgen Eisele und Sabine Henes) begann.

Diese hat schon bessere Zeiten gesehen, außerdem würde eine Renovierung dem Haus auch nicht schaden. Doch dank der drei ledigen Töchter Cornelia (Sandra Kudlek), Mary (Marita Stegmaier) und Helga (Marianne Sammet), die im heiratsfähigen Alter sind, geht es immer turbulent zu. Dumm ist nur, dass die jüngste Tochter Cornelia so überhaupt gar kein Interessen an Männern zeigt und dies mit ihrer nachlässigen Kleidung sowie verbal stark zum Ausdruck bringt. Und Helga hat seit kurzem Nachwuchs, hüllt sich aber über den Vater in Schweigen. Dann ist da noch Mary, die schon eine gescheiterte Ehe hinter sich hat. Ihr Ex-Ehemann Salvatore Prodi (Georg Saum) kann sein italienisches Temperament und sein Interesse an der Damenwelt einfach nicht zügeln.

Als der schüchterne Staubsaugervertreter Eduard Schmalzer (Andreas Baur) Interesse an Conni zeigt, wird er von Salvatore in die Kunst der feurigen Liebeswerbung eingewiesen. Und dann sind da noch der Bürgermeister Gustav Laber (Christian Weiß) und sein etwas trotteliger Sohn Anton (Patrick Hagg), der kein Fettnäpfchen auslässt, weil er sein Herz auf der Zunge trägt.

Als der neugierige Postbote Ernst Wacker (Tobias Baur) mit der täglichen Post eine Eine-Million-Lottogewinn-Benachrichtigung in die Pension bringt, steht plötzlich alles Kopf. Der vermeintliche Neu-Millionär Köberle verkündet nämlich lautstark, dass seine drei Töchter mit einer satten Mitgift ausgestattet werden und entsprechend beginnen die potentiellen Schwiegersöhne, um die Töchter zu werben. Erst später bemerkt Leo Köberle, dass bei den vielen Nullen auch ein Komma beinhaltet ist und der Millionengewinn sich auf lediglich 10 000 Euro beschränkt.

Das Haus steht vollends Kopf, als der beliebte Volksmusiksänger Ewald Hinterle (Martin Kudlek) in Erscheinung tritt, denn Lydia hatte erfolgreich an einer Verlosung teilgenommen, die einen Tag mit dem Schlagerstar als Hauptgewinn versprach. Am Ende jedoch fügte sich aber alles zusammen und die Töchter waren alle drei mit einem Partner versorgt. Und wen wundert es, der feurige Salvatore entpuppte sich als der unbekannte Vater von Helgas Kind.

In den Pausen unterhielt die Musikkapelle mit der Amboss-Polka, wo tatsächlich Amboss-Schläge von Udo und Laurin Pawtowski erklangen. Mit dem Pop-Stück „These Days“ von der Gruppe Rudimental zeigten die Musiker, dass sie auch moderne Stücke bestens beherrschen. Der tosende und lang anhaltende Applaus der Gäste war der verdiente Lohn der Künstler.

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