Vermesser setzen fast 900 Grenzzeichen

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Die Flurneuordnung in Jungnau ist abgeschlossen.
Die Flurneuordnung in Jungnau ist abgeschlossen. (Foto: Susanne Grimm)
Susanne Grimm

Mit dem Einschlagen der letzten Grenzmarke und einem anschließenden kleinen Grillfest bei der Hummelbühlhütte hat die Teilnehmergemeinschaft (TG) unter dem Vorsitz von Sybille Hofelich die Flurneuordnung der Waldgebiete erfolgreich abgeschlossen. Thomas Berg vom Vermessungsamt des Landratsamts Sigmaringen gab zuvor einen Rückblick über die im Januar 2005 begonnenen Abmarkungsarbeiten der neuen Grenzen im Gewann Burg.

Mit dabei waren neben Thomas Berg die Mitarbeiter des Sigmaringer Vermessungsamtes, Jessica Kanz, Markus Settele, Peter Traub, Jürgen Fritz und Vermessungsamtsleiter Karsten Engelmann, sowie die Ortsansässigen Helmut Lock und Karl Wolfer, die in ihrer Eigenschaft als Vorstandsmitglieder der TG neben einigen anderen Personen auch als Messgehilfen mitwirkten. Als leitende und ausführende Ingenieure waren Lothar Allgaier und Olga Gotzmann vor Ort.

Wie Thomas Berg erläuterte, bedeckt die „Grüne Lunge“ Jungnaus mit rund 750 Hektar ein Drittel der Gemarkungsfläche des Sigmaringer Ortsteils. Um die Bewirtschaftung der meist in Privatbesitz befindlichen Forste zu erleichtern, sind im Zuge der Flurneuordnung Flurstücksgrenzen neu festgelegt, sowie Wege zur besseren Erreichbarkeit der Waldstücke gebaut worden.

An 150 Außendiensttagen seien vier Vermessungstrupps des Landratsamtes Sigmaringen – Fachbereich Vermessung und Flurneuordnung – unterwegs gewesen, um an 285 Flurstücken 888 Grenzzeichen zu setzen, so Berg. In den Gewannen „Affelstetten“, „Ghaiberg“, „Rauschberg“ oder dem „Michelsberg“, „Burgstall“ und anderen seien die Arbeiten sehr schwierig gewesen. Denn die letzte Eiszeit habe eine zerklüftete Landschaft hinterlassen, so dass in den teils dicht bewaldeten Hanglagen große Höhenunterschiede zu überwinden waren, „die von uns eine große Trittfestigkeit erforderte“.

Berg lobte die Unterstützung durch die ortsansässigen Messgehilfen, „die mit ihrer Ortskenntnis einen wertvollen Beitrag zur raschen Erkundung für die erforderlichen Messungen leisteten“. An manchen Stellen, an denen keine GPS-Messungen möglich waren, mussten mit aufwändigen Netzmessungen die Grundlagen zu örtlichen Stationierung geschaffen werden. Danach wurden mit Spitzdornen die abgesteckten Punkte in den harten Kalkboden vorgebohrt und eine Kunststoffmarke mit dem Vorschlaghammer eingeschlagen.

Auf einer Übersichtskarte zeigten Berg und Allgaier die Jungnauer Forstflächen, zuvor in viele kleine und kleinste Waldstücke aufgefächert und zum Teil ohne Zufahrtswege, nun in zusammenhängenden und damit besser zu bewirtschaftenden Arealen. „Die dabei neu angelegten Wege dienen aber nicht nur der Forstwirtschaft“, erklärte Bert, „auch Erholungsuchenden bieten sie die Möglichkeit zur Beobachtung von Spechten, Baumläufern und vielem mehr“.

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