Verein hilft Dorf in Burkina Faso beim Pflanzen von Bäumen

Nach dem Bau eines Ausbildungszentrums für Frauen steht nun ein neues Projekt für den Verein an.
Nach dem Bau eines Ausbildungszentrums für Frauen steht nun ein neues Projekt für den Verein an. (Foto: Gemeinsam für Wapa)
Lukas Heger

Der Verein „Gemeinsam für Wapa“ setzt sich im afrikanischen Burkina Faso für unterschiedliche Projekte ein. Unter anderem unterstützt er den Bau von Brunnen und den Aufbau einer Bildungseinrichtung für Frauen – und seit Kurzem auch die Aufforstung in dem westafrikanischen Staat.

Die Abholzung von Bäumen zieht – nicht nur in Burkina Faso – schwerwiegende Schäden nach sich: Bodenerosion, fallende Grundwasserspiegel und Austrocknung von Böden. Hier setzt der Sigmaringer Verein mit seinem Baumprojekt an. Eines der Ziele des Projektes ist es, dass die Menschen in der Provinz Sanguié Bäume anpflanzen und sich um diese kümmern. 

Damit soll nicht nur die Ausbreitung der Sahara begrenzt werden, sondern auch CO2 gebunden und Wasser gespeichert werden. Bei den Bäumen handelt es sich um Nutzpflanzen, die Früchte dienen den Menschen vor Ort als Nahrungsquelle, im Schatten der Bäume kann zudem Landwirtschaft betrieben werden.

Zu den vom Projekt ausgewählten Baumarten gehört unter anderem der Mangobaum. Er bietet mit seinen Früchten nicht nur Nahrung, aus seinen Blättern lässt sich Düngemittel herstellen und die Rinde hat laut Internetseite des Vereins eine antibiotische Wirkung und unterstützt die Wundheilung. Zudem sollen Affenbrot-, Cashew- und Sheabutterbäume gepflanzt werden. Wie auch der Mangobaum dienen sie mehreren Zwecken.

Mit den genannten Bäumen soll ein sogenannter Waldgarten angelegt werden. Dabei handelt sich um eine Mischung aus Land- und Forstwirtschaft. Dadurch soll ein stabiles Ökosystem entstehen, das regelmäßig die Ernte von Lebensmitteln und Setzlinge ermöglicht, heißt es vom Verein. Diese Setzlinge sollen anschließend verschenkt werden mit der Auflage, dass sich der neue Besitzer um die Bäume kümmern muss. Ob dem nachgekommen wird, darüber sollen unabhängige Kontrollen Aufschluss geben.

Ein typischer Waldgarten sieht laut Internet des Vereins so aus: Er besteht aus vier Schichten, wobei hohe Bäume die oberste Schicht bilden, gefolgt von niedrigen Bäumen, Sträuchern und Bodendeckern. Dazu, so der Plan, sollen im Bereich des Gartens auch Tiere gezüchtet werden.

Ein Landwirt aus dem Dorf Wapa hat sich laut Verein dazu bereit erklärt, auf seinem Gelände Baumsetzlinge zu ziehen. Dafür erhält er pro Baum vom Verein zwei Euro. Dieser Preis umfasst die Pflanze sowie eine Aufwandsentschädigung. In den kommenden Jahren soll der Baumbestand so weit sein, dass er weitgehend selbstversorgend ist und mit seinen Wurzeln das Grundwasser erreicht.

Der Verein „Gemeinsam für Wapa“ existiert seit 2017, gegründet wurde er unter anderem von der 2020 verstorbenen Marlis Schmitt-Sickinger und Bertrand Bazie. Bazie kam 2011 für sein Studium nach Deutschland und hat 2018 seinen Master an der Fachhochschule Albstadt-Sigmaringen gemacht. Seine Heimat liegt Bazie sehr am Herzen. Sein Vater hatte begonnen, einen Brunnen für sein Heimatdorf zu bauen. Nach dessen Tod hat es sich Bazie zur Aufgabe gemacht, dieses Projekt fortzusetzen und weitere anzustoßen.

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