Ursprung der neuen Lust an Forschung

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 Das Institut für angewandte Forschung der Hochschule Albstadt-Sigmaringen heute (von links): Professor Dieter Stoll, geschäftsf
Das Institut für angewandte Forschung der Hochschule Albstadt-Sigmaringen heute (von links): Professor Dieter Stoll, geschäftsführender IAF-Leiter, Katja Kirschbaum, Leiterin der IAF-Geschäftsstelle, und Professor Matthias Premer, Prorektor Forschung. (Foto: Hochschule Albstadt-Sigmaringen)
Schwäbische Zeitung

Das Institut für angewandte Forschung der Hochschule Albstadt-Sigmaringen (IAF) feiert im Dezember sein 20-jähriges Bestehen. Es ist direkte Anlaufstelle für alle Fragen rund um die Forschung und bildet seit jeher eine Plattform für die fachübergreifende und teamorientierte Zusammenarbeit in und mit der Hochschule. Doch Forschung als festes Standbein der Hochschule zu etablieren, war vor allem anfangs nicht immer leicht; die Selbstverständlichkeit, mit der sie heute betrieben wird, ist erst im Lauf der Jahre gewachsen.

Als das Wissenschaftsministerium Ende der 1980er-Jahre vorsichtig versucht hat, mithilfe eines Förderprogramms Forschung an den damaligen Fachhochschulen zu etablieren, seien noch viele negativ eingestellt gewesen. Daran erinnert sich der emeritierte Professor Holger Möller, der das IAF viele Jahre lang geleitet hat. „Sie argumentierten damit, dass neben der Lehre sowieso keine vernünftige Forschung möglich sei“, sagt er. Es habe auch Bedenken gegeben, dass die Lehre regelrecht unter der Forschung leiden könnte.

Ähnliches berichten auch Manfred Henselmann und Volker Oertel, die beide noch an der Hochschule arbeiten und jeweils einige Jahre lang die IAF-Geschäftsstelle geleitet haben. „Anfangs war es ziemlich mühsam, den Professoren Forschung schmackhaft zu machen“, sagt Manfred Henselmann. Dabei hätten beispielsweise viele Firmen auch schon vor 20 Jahren Interesse daran gehabt, mit der Hochschule an Innovationen zu forschen. „Die Bereitschaft der Professoren, es dann auch zu tun, war damals aber viel geringer als heute.“

Infrastruktur für Forschung musste erst wachsen

Dies mag auch daran gelegen haben, dass es für Forschung an Hochschulen kaum Infrastruktur gab. Doch die Zeiten haben sich geändert: Inzwischen stellen beispielsweise Bund und Land vielfältige Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Dies trägt dazu bei, dass „anwendungsbezogene Forschung heute ein wesentliches Merkmal der Hochschule ist“, sagt Holger Möller. Die Hochschule habe darüber hinaus längst eigene Forschungsschwerpunkte definiert, „in denen sich prinzipiell jeder unserer Professoren mit seinen Themen wiederfinden kann“, sagt Professor Dieter Stoll, derzeitiger Geschäftsführer des IAF. Dabei sei es das Ziel der Hochschule, „in wichtigen Nischen Spitzenleistungen in der angewandten Forschung zu erbringen sowie den Transfer in die Region und darüber hinaus auszubauen“, sagt Professor Matthias Premer, Prorektor Forschung.

Generell habe durch die Definition von Forschung als Dienstauftrag neuer Professoren und durch die Festlegung aktuell sehr gefragter Forschungsschwerpunkte eine neue Lust auf Forschung an der Hochschule Einzug gehalten. „Viele unserer Professoren bringen Erfahrungen aus Forschungseinrichtungen oder forschenden Unternehmen mit und wollen ihre Ideen natürlich auch mit den Studenten in Projekten an der Hochschule weiterentwickeln“, sagt Dieter Stoll. Heute bestreite daher niemand mehr, dass Forschung und Lehre direkt miteinander zusammenhängen. „Eine innovative Hochschule kann in der Lehre nur so gut sein wie ihre Forschung, sofern man am sehr dynamischen Puls der Zeit lehren möchte.“ Dieses Forschungsinteresse spiegle sich in den zahlreichen laufenden Forschungsprojekten und den Abschlussarbeiten der Studierenden wider, die stets aktuelle Themen in enger Zusammenarbeit mit Unternehmen behandeln.

Das IAF versteht sich deshalb als zentrale Schnittstelle zwischen Forschung und Wirtschaft, die eine intensive Zusammenarbeit der Hochschule mit Unternehmen fördert. Doch auch intern ist das IAF aktiv, indem es Strukturen aufbaut und Rahmenbedingungen optimiert, die Forscher unterstützen. Das IAF berät zu Förderprogrammen, hilft bei Budgetkalkulationen und steht den Forschern bei der meist sehr stressbeladenen letzten Phase der Antragstellung unterstützend zur Seite.

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