Bei einem Brand in der Landeserstaufnahmestelle werden sieben Menschen verletzt, darunter vier Bewohner. Laut Angaben der Feuerwehr wollten sich diese aber nicht behandeln lassen.

Redaktionsleitung

In der Erstaufnahmestelle ist in der Nacht zum Mittwoch vorsätzlich eine Matratze angezündet worden. Sieben Personen erlitten leichte Rauchgasvergiftungen. Alle 24 Bewohner konnten aus dem verrauchten Gebäude gerettet werden. Wer den Brand gelegt hat, das weiß die Polizei zurzeit nicht. Sie ermittelt wegen schwerer Brandstiftung. In dem Unterkunftsgebäude der Erstaufnahmestelle leben ausschließlich Flüchtlinge aus Marokko. Dasselbe Gebäude war in der Nacht zuvor von 380 Polizisten nach einer Waffe durchsucht worden. Dass ein Brandanschlag von außen auf die Erstaufnahmeeinrichtung verübt wurde, schließt die Polizei derzeit aus.

In ihrer ersten Pressemeldung am Mittwochmorgen hatte sich die Polizei nicht zur Brandursache geäußert. Polizeisprecher Thomas Straub wollte den Verdacht der schweren Brandstiftung nicht bestätigen und verwies auf die laufenden Ermittlungen. Zunächst müsse die Brandursache ermittelt werden, danach würden strafrechtliche Vorwürfe geprüft. In einer gemeinsamen Mitteilung des Polizeipräsidiums Konstanz und der Staatsanwaltschaft Hechingen ist der Verdacht aber am Nachmittag bestätigt worden.

24 Menschen gerettet

Bei dem Brand in der Landeserstaufnahmestelle sind vier Bewohner und drei Sicherheitskräfte leicht verletzt worden. Über die Zahl der Verletzten gab es unterschiedliche Angaben. Während die Polizei drei durch eingeatmete Rauchgase leicht verletzte Sicherheitsmitarbeiter angibt, nennt die Feuerwehr in ihrer Pressemeldung zusätzlich vier verletzte Bewohner. Auch sie hatten giftige Rauchgase eingeatmet, wollten sich aber nach Angaben von Kommandant Thomas Westhauser nicht behandeln lassen.

Als die Feuerwehr kurz vor 3 Uhr eintraf, fand sie ein stark verrauchtes Wohngebäude vor. Nach Angaben der Feuerwehr brannte es in einem Zimmer im ersten Obergeschoss, das nicht bewohnt war. Beide Obergeschosse waren laut Feuerwehr so stark verraucht, dass die Sicherheitsmitarbeiter sie nicht betreten konnten. Um sicherzustellen, dass sich keine Menschen mehr in dem verrauchten Haus befinden, seien neun Atemschutztrupps eingesetzt worden. Da manche Türen verschlossen waren, mussten sie von der Feuerwehr aufgebrochen werden. Durch den Sicherheitsdienst wurden aus dem Unterkunftsgebäude, das nur teilweise bewohnt ist, 24 Menschen gerettet. Sie wurden im Infopoint der Erstaufnahmestelle untergebracht. Die festgelegten Sicherheitsstandards hätten funktioniert, sagt Kommandant Westhauser.

Einsatz bis 6 Uhr

Die in Brand gesteckte Matratze befand sich im Metallbett eines leerstehenden Zimmers. Das Zimmer brannte vollständig aus, sagt Einsatzleiter Thomas Westhauser von der Sigmaringer Feuerwehr, die den Schwelbrand löschte und ein Ausbreiten verhinderte. Durch die entstehenden Rauchgase wurde zudem der Putz an den Wänden und Decken beschädigt. Der Schaden wird auf 10000 Euro beziffert.

Insgesamt waren 66 Einsatzkräfte aller Sigmaringer Feuerwehrabteilungen und 20 Einsatzkräfte des Rettungsdiensts im Einsatz. Um kurz vor 6 Uhr war der Einsatz beendet.

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