Tosender Applaus für Heeresmusikkorps Ulm

Lesedauer: 5 Min
Die Musiker des Heeresmusikkorps Ulm begeistern beim Schlosskonzert in der Portugiesischen Galerie.
Die Musiker des Heeresmusikkorps Ulm begeistern beim Schlosskonzert in der Portugiesischen Galerie. (Foto: Vera Romeu)
Vera Romeu

Die Musikerinnen und Musiker des Heeresmusikkorps Ulm haben am Mittwochabend in der Portugiesischen Galerie auf Schloss Sigmaringen ein eindrucksvolles Benefizkonzert gegeben. In kleinen Formationen spielten sie schöne Kammermusikstücke. Karl Friedrich Fürst von Hohenzollern freute sich als Hausherr, dass die Konzerttradition weitergepflegt wird, obwohl die Stauffenberg-Kaserne in Sigmaringen geschlossen ist. Wenn man in den Medien so höre, was in der Bundeswehr beim Fliegen und Fahren alles nicht funktioniere, sei es umso schöner, dass die Musik noch funktioniere, sagte der Fürst mit Humor. Auf dem Programm stünden Glanzstücke, lobte er.

Sehr viele Besucher waren der Einladung von Stadt, Schloss und Bundeswehr gefolgt: Die Portugiesische Galerie war fast voll besetzt. Das Konzert wurde zugunsten der Prinz-Lennard-von-Hohenzollern-Stiftung und des Bundeswehrsozialwerks, das in Not geratene Soldaten-Familien unterstützt, veranstaltet. Am Ende des Konzerts rief Bürgermeister Marcus Ehm die geladenen Gäste zur großzügigen Spendenbereitschaft auf: „Wir haben ein Konzert gehört, das Bundesliga-Niveau hat: Geben Sie eine Spende, die Ihnen angemessen erscheint.“ Das Konzert bot einige Überraschungen und Highlights in verschiedenerlei Hinsicht.

Das Ensemble der freiwillig Wehrdienstleistenden beeindruckte mit seiner Stückauswahl und mit Elan. Die Musiker traten in mehreren kleinen Formationen auf. Moderator Thomas Schütte erklärte: „Sie sind eine Bereicherung für unser Orchester, sie bringen frischen Wind.“ Aus diesem Ensemble würden die Besten zum Vorspiel eingeladen und im Heeresmusikkorps aufgenommen, berichtete Schütte. Das junge Blechbläserquartett spielte „A Song for Japan“, das Steven Verhelst 2011 nach der Katastrophe von Fukushima komponiert hatte. Alle Einnahmen aus dem Stück gehen heute noch an die Hilfe für Tsunami-Opfer. Das sehr expressive und empathisch gespielte Stück begeisterte das Publikum. Die Solopassagen wurden souverän gemeistert. Das junge Percussion-Duo eroberte die Herzen mit dem Stück „MaDa-Dance“ von Nils Rohwer. Das Marimbaphon entfaltete seine weichen und geheimnisvollen Schwingungen und wurde exzellent vom Schlagzeug begleitet. Und das Holzbläsertrio holte sich mit der berühmten Filmmusik „Baby Elephant Walk“ von Henry Mancini alle Sympathien. Die jungen Musikerinnen und Musiker bekamen sehr viel begeisterten Applaus.

Beifall für humorvolles, beschwingtes Spiel

Das Blechbläserensemble schritt musizierend über den roten Teppich von hinten auf die Bühne. Mitreißend und fetzig gestaltete es jazzige Musik und zeigte, dass es die Rhythmen des Marsches, der Polka, des Paso Dobles und des echt Alpen-Boarischen voll beherrscht. Das Ensemble riss mit seinem lässigen, humorvollen und beschwingten Spiel das Publikum mit. Highlight war das Stück „Farmer´s Tuba“ von Martin Scharnagl, in dem das dunkle schwere Instrument nur so hüpfte und tanzte. Es gab tosenden Applaus für diese Formation.

Das klassische Bläserquintett spielte französische Musik von Claude Debussy. Die „Petite Suite“ mutete wie ein impressionistisches Gemälde an. In vier Sätzen zeichnete das Quintett schöne Szenen, die glitzerten, fröhlich vorbeizogen, klangvoll und dynamisch waren.

Das Klarinettenquartett entführte das Publikum mit vier Tangos des genialen Astor Piazzolla auf eine Zeitreise. Es zeigte sich, wie reich an Stilrichtungen der Tango ist und wie er von der Nachtbar auf die Konzertbühnen dieser Welt gefunden hat. Detailreich und filigran erklang diese Musik. Am Ende des Konzerts gab es traditionell die Nationalhymne, die alle mitsangen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen