Tor zum Kirchenpark bleibt bis auf Weiteres geschlossen

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 Bleibt vorerst geschlossen – das Tor zum Park der evangelischen Stadtkirche.
Bleibt vorerst geschlossen – das Tor zum Park der evangelischen Stadtkirche. (Foto: privat)
Redakteur Sigmaringen und Meßkirch

Die beiden Pfarrer der evangelischen Stadtkirche, Dorothee Sauer und Matthias Ströhle, haben sich entschieden, das Tor zwischen Gartenstraße und dem Parkbereich der Stadtkirche abzuschließen und damit den Durchgang zur Karlstraße zu versperren. Der Grund dafür ist, dass es in jüngster Zeit im Park immer wieder zu Schlägereien unter Jugendlichen gekommen ist.

„Da ist es so übel zugegangen, dass wir den Krankenwagen rufen mussten“, sagt Matthias Ströhle. Immer wieder habe man Versuche unternommen, auf die Jugendlichen einzuwirken, dass sie sich ordentlich benehmen. „Wir sind rausgegangen und mussten eingreifen, damit sich die Jugendlichen nicht prügeln.“ Man habe die jungen Leute freundlich aufgefordert, ihren Müll wegzuräumen und nicht auf die Marmorplatten zu spucken, aber das alles habe nichts gefruchtet, sagt Ströhle. Grundsätzlich sei man ja froh, wenn sich Jugendliche im Umfeld der Kirche bewegten. „Wir verschließen uns ja nicht gegenüber jugendlichen Interessen und zeigen da Akzeptanz, aber gewisse Spielregeln müssen eingehalten werden. Wir haben auch Angebote gemacht, die aber nicht angenommen wurden“, sagt Ströhle. Andere Menschen wollten den Parkweg auch nutzen und da unbeschädigt durchlaufen, ohne in Müll oder Spucke zu treten. Und wenn die Jugendlichen mit ihren Fahrrädern die Treppen hinunterbretterten, sei das schlichtweg gefährlich. „Wenn da was passiert, ist die Kirche in der Haftung, das können wir nicht riskieren.“

Grundsätzlich sei es so, dass man einem Ort, und vor allem einem kirchlichen, Respekt erweisen müsse, so wie auch die beiden Pfarrer anderen, darunter den Jugendlichen, Respekt erwiesen. „Wir wollen uns nicht in der Rolle derer sehen, die sich versperren, aber in diesem Fall bleibt uns nichts anderes übrig“, erklärt Ströhle. Es täte ihnen Leid, dass nun das Tor bis auf Weiteres geschlossen bleibe, um deutlich zu machen, dass man dieses Verhalten nicht hinnehme. Die Brutalität in den Schlägereien sei eine neue Ebene, die Konsequenzen erfordert, auch wenn, wie leider so oft, andere dann die Mit-Leidtragenden seien. „Jetz muss erst einmal Ruhe einkehren, dann wird man weiter sehen“, sagt Ströhle.

Nach Angaben eines Anwohners hat sich die Szene jetzt in den Staffelweg verlagert. Dort treffen sich die Jugendlichen und verhalten sich wie vorher im Kirchenpark: Pöbeleien, Müll und Ärger.

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