Tarifkonflikt bei den Kliniken im Kreis Sigmaringen: Mitarbeiter treten in Ausstand

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 Das Personal der Sigmaringer Kliniken wird in den kommenden Tagen in den Ausstand treten.
Das Personal der Sigmaringer Kliniken wird in den kommenden Tagen in den Ausstand treten. (Foto: Archiv: Tobias Hase/dpa)
Redaktionsleitung

Tarifauseinandersetzung bei den SRH-Kliniken im Kreis Sigmaringen: In den kommenden Tagen werden Mitarbeiter der Krankenhäuser in Bad Saulgau, Pfullendorf und Sigmaringen in den Ausstand treten. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi nennt ihre Aktion „5 vor 12“ und will damit auf den Tarifstreit aufmerksam machen. „Die Beschäftigen wollen deutlich machen, dass die SRH-Häuser in Oberschwaben nahezu von anderen Krankenhäusern umzingelt sind, die besser bezahlen“, schreibt Gewerkschaftssekretär Benjamin Andelfinger in einer Pressemitteilung. Die Arbeitgeberseite müsse jetzt handeln, um Fachpersonal zu gewinnen und das vorhandene Personal zu halten.

Verdi hatte den Haustarifvertrag mit SRH zum Jahresende gekündigt. Nach Gewerkschaftsangaben gab es mit dem Sozialkonzern mit Sitz in Heidelberg zwei Verhandlungsrunden, die nahezu ergebnislos verlaufen seien. Das nächste Treffen von Gewerkschaft und Arbeitgeber ist für den 6. März geplant. Nach dem Verkauf der Mehrheit der Anteile durch den Kreis und den Spitalfonds Pfullendorf an die SRH wurden die Beschäftigten in den für den Konzern gültigen Haustarifvertrag übernommen.

Die Gewerkschaft fordert rückwirkend zum 1. Januar eine Gehaltserhöhung von 5,8 Prozent, die mindestens 150 Euro pro Mitarbeiter betragen soll. Der Tarifvertrag soll nach Vorstellungen der Gewerkschaft eine Laufzeit von zwölf Monaten haben. Neben einer Erhöhung des Grundgehalts sollen laut Gewerkschaft verschiedene Zulagen angehoben werden. Generell geht es der Arbeitnehmerseite darum, mindestens das Niveau des Tarifvertrags des öffentlichen Diensts zu erreicht. Für Auszubildende und Schüler fordert die Gewerkschaft eine Erhöhung zwischen 6,8 und 9,6 Prozent.

Verdi schreibt, dass SRH eine Erhöhung der Entgelttabelle in Aussicht gestellt habe, ohne dies konkret zu beziffern. Nach zwei Verhandlungen sei es für eine Prognose noch zu früh, so die SRH. „Unser Angebot liegt bei mindesten 2,8 Prozent sowie zahlreichen Detail-Verbesserungen. Wir sind zuversichtlich, wie auch in den letzten Jahren eine gute Einigung zu erzielen“, schreibt der Konzernsprecher des SRH-Konzerns Nils Birschmann auf eine Anfrage unserer Zeitung.

Die Protestaktionen beginnen am Freitag am Standort Pfullendorf und werden am Montag, 18. Februar, in Bad Saulgau und am Freitag, 22. Februar, in Sigmaringen fortgesetzt.

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