Subway enttäuscht von Werbebeschränkung

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Noch ist nicht sicher, ob Subway in der Au ein Restaurant eröffnet.
Noch ist nicht sicher, ob Subway in der Au ein Restaurant eröffnet. (Foto: Archiv: Martin Gerten/dpa)
Redakteur Sigmaringen

Einstimmig haben die Mitglieder des Bauausschusses den Umbau und die Nutzungsänderung im Erdgeschoss des sogenannten Telekom-Gebäudes in der Au befürwortet. Allerdings wurde eine zweite Werbeanlage an der Schmalseite des Gebäudes nicht genehmigt, da sie der Stadtbildsatzung widersprechen würde.

Eigentlich wollte Subway zum 1. April in Sigmaringen starten, aber erst jetzt wurde die Baugenehmigung erteilt. Vorgesehen ist, dass das bisherige Sonnenstudio umgebaut wird. In den Räumlichkeiten entstehen Lagerräume, die Küche und der Gastraum. Vor dem Gebäude, in Richtung zum Fachmarktzentrum, sollen eine Terrasse und ein zusätzlicher Eingang neugebaut werden. Außerdem werden auf dem Grünstreifen vier Stellplätze angelegt. Der Bebauungsplan sieht in diesem Bereich ein Verbot von Vergnügungsstätten vor, aber das Schnellrestaurant fällt nicht in diese Kategorie.

Eine Diskussion gab es um die Werbeanlagen. Ulrike Tyrs (SPD) sprach sich grundsätzlich gegen eine zweite Werbeanlage aus. „Wir sind ja ohnehin recht großzügig bei Baugesuchen, aber jetzt haben wir vor gerade mal knapp zwei Jahren ein Stadtbildsatzung aufgestellt und sollen jetzt schon wieder Ausnahmen machen. Das geht nicht“, sagte sie. Die zweite Werbeanlage war für die Schmalseite des Gebäudes hin zur Nepomukbrücke beantragt, um so auch die durchfahrende Kundschaft aufmerksam zu machen.

Robert Lehn (Freie Wähler) hielt dem entgegen, man müsse das auch aus der Sicht des Geschäftsmanns sehen. Man sehe das Lokal von der Nepomukbrücke aus nicht. Auch würden die Geschäfte des Fachmarktzentrums ja ebenfalls an zwei Stellen beworben.

Stadtbaumeister Thomas Exler wies darauf hin, dass das Gebäude noch zwei weitere Geschosse habe, in denen sich auch Geschäfte ansiedeln könnte, die dann auch Anspruch auf zwei Werbeanlagen erheben könnten. „Dann sieht das Haus abends aus wie ein Christbaum“. Ursula Voelkel (Grüne) meinte, der Verweis auf das Stadtbild erscheine ihr angesichts des hässlichen Gebäudes verwegen. Deshalb könne sie sich durchaus eine zweite, etwas kleinere Werbeanlage vorstellen. Tyrs unterstrich noch einmal, dass sie „strikt dagegen“ sei, die Satzung aufzuweichen.

Elmar Belthle (CDU) teilte die Bedenken Exlers, dass das Gebäude am Ende wie ein beleuchteter Christbaum aussehen könnte. Und hier zeigte sich auch das Dilemma: Wenn man einer Firma zwei Werbeanlagen gestatte, dann könne man das einer anderen nicht gut verwehren. Markus Lehmann (CDU) meinte, auch wenn er den Einwand von Lehn anerkenne, so könne man doch davon ausgehen, dass Subway so populär sei, dass sich der Standort insbesondere bei jüngeren Leuten schnell rumsprechen dürfte.

Das sieht Roland Schepp, der diese Subway-Filiale betreiben will, anders. Für ihn sei diese zweite Werbeanlage essentiell, um auch die durchfahrende Kundschaft anzusprechen. „Sigmaringen verfügt allein nicht über die Kaufkraft und das Potenzial, als dass ich auf durchfahrende Kundschaft verzichten könnte“, sagt Schepp. Er müsse sich vor dem Hintergrund noch einmal überlegen, ob er dann die Filiale wirklich eröffnen wolle, sagt er. Sollte er sich dennoch entschließen, den Umbau in Angriff zu nehmen, rechnet er mit einer Eröffnung gegen Ende Mai.

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