Stadträte sind gegen Verkauf des Sigmaringer Bahnhofs

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Der Sigmaringer Bahnhof soll verkauft werden. Die Gemeinderäte wussten dies nicht.
Der Sigmaringer Bahnhof soll verkauft werden. Die Gemeinderäte wussten dies nicht. (Foto: Anna-Lena Buchmaier)

Die Nachricht, dass der Sigmaringer Bahnhof zum Verkauf steht (wir berichteten), hat die Gemeinderäte überrascht. Ulrike Tyrs (SPD) sagte in der jüngsten Sitzung am Mittwoch, sie hätte sich gewünscht, die Stadt hätte den Gemeinderat darüber informiert.

Gemeinderat Markus Lehmann (CDU) fand: „Wir reden dauernd von Elektrifizierung, da ist es sehr bedenklich, den Bahnhof aufzugeben.“ Er sprach vom Bahnhof als ein touristischer Knotenpunkt. Er bat die Verwaltung, mit der Bahn zu sprechen, ihre Entscheidung überdenken. Martin Bösch (Grüne) sah das Thema Barrierefreiheit in Gefahr, wenn „eine Haltestelle, ein Wetterschutz, ein Ticketautomat und ein Fahrplan reichen“, zitierte er den Artikel aus der „Schwäbischen Zeitung“. Fraktionskollege Gerhard Stumpp hatte das Gefühl, „dass die Bahn Geld braucht“, um Stuttgart 21 zu finanzieren.

Bürgermeister Thomas Schärer betonte, dass der Kauf des Bahnhofs durch die Stadt wirtschaftlich und strategisch nicht sinnvoll sei und die Stadt keine Verwendung für das Gebäude hätte. Stadtbaumeister Thomas Exler ergänzte: „Das Gebäude ist denkmalgeschützt und dem Bahnverkehr gewidmet und entzieht sich der städtebaulichen Planung.“ Eine siebenstellige Summe sei nötig, um den Bahnhof zu sanieren. Die Bahn hätte bereits 2014 einen Versuch unternommen, das Gebäude zu verkaufen, aber keinen Käufer gefunden.

Schärer ging auch in die Situation in der Schweiz ein, wo die meisten Bahnhöfe privatisiert seien und dennoch alle Möglichkeiten bestünden. „Die Schweiz ist ein Bahnland“, so Schärer. Die Bahn könne den Betrieb nicht einstellen.

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