Stadt bekommt mehr Blumenwiesen

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 Sigmaringen bekommt mehr Blühflächen.
Sigmaringen bekommt mehr Blühflächen. (Foto: Sven Hoppe, dpa)
Schwäbische Zeitung

Die Vorbereitungen laufen ab Anfang Oktober: Die im Rahmen des Projekts „Natur nah dran“ ausgewählten Flächen in Sigmaringen sollen demnächst in blühende Blumenwiesen und Wildstaudenflächen umgewandelt werden. Das bedeutet, dass sie zum Teil ausgebaggert oder ausgefräst und mit einem Gemisch aus Kies und Kompost wieder aufgefüllt werden. Das ist nötig, damit die Wildblumen und Wildstauden dort gedeihen können – sie benötigen einen sehr mageren Boden, um wachsen zu können.

„Die Flächen sehen für ein paar Wochen natürlich zunächst recht grau aus. Doch keine Bange: in einiger Zeit blüht es hier für Tiere wie Mauerbienen, Stieglitze oder Schachbrettfalter“, erklärt NABU-Projektleiter Martin Klatt. „Es braucht jetzt etwas Geduld, aber in den nächsten ein bis zwei Jahren werden sich die Flächen zu wertvollen und langjährigen Lebensräumen entwickeln.“ Ein weiterer Grund für den teilweisen Bodenaustausch ist, dass so die im Boden schlummernden Samen von weniger erwünschten und sich schnell ausbreitenden Pflanzen wie Melde, Knöterich oder Weißklee entfernt werden. An manchen Standorten kann die Erde auch an Ort und Stelle belassen oder nur umgegraben und dann mit Wildpflanzen bestückt werden. Die mit „Natur nah dran“ durchgeführten Maßnahmen sind individuell auf die Gegebenheiten vor Ort angepasst.

Noch in diesem Herbst werden die Flächen mit den jeweils passenden Arten bepflanzt oder angesät. Die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs erhalten dazu auch praktische Hinweise bei Workshops mit einem Naturgärtner und dem NABU zur Anlage und Pflege der naturnahen Flächen.

Die in Sigmaringen mit „Natur nah dran“ umgewandelten Flächen sind die Verkehrsinseln am Feuerwehrhaus an der Abfahrt B313 auf die Laizer Straße, der Verkehrsteiler am Kreisel Laizer Straße nahe des Autohauses Bauschatz, die Rasenfläche im Gräsergarten, der Randstreifen entlang der Mühlbergstraße sowie ein Grünstreifen zwischen Konviktstraße und Donau. An diesen Flächen werden vorübergehend Schilder aufgestellt, die erklären, warum Bagger- oder Fräsarbeiten stattfinden werden. Später werden diese durch feste Infotafeln ersetzt, die auf die wertvollen Lebensräume für die biologische Vielfalt hinweisen.

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