St. Peter und Paul ist ein Kulturdenkmal von Bedeutung

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Auf einem Wagen werden 1949 die neuen Glocken durch das Dorf gefahren.
Auf einem Wagen werden 1949 die neuen Glocken durch das Dorf gefahren.
Schwäbische Zeitung

Im zweiten Teil der Serie über das Heimatbuch Laiz beschäftigt sich die „Schwäbische Zeitung“ mit der Kirche und dem Schulwesen in Laiz. Die Laizer Kirche beherbergt auch etliche kultur- und kunsthistorische Kleinodien, die Pfarrkirche SS: Peter und Paul mit ihrem Friedhof gilt als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung im Land.

Von unserem Redakteur Christoph Wartenberg 

Anfang des 19. Jahrhunderts erhält auch Laiz aufgrund der „Allgemeinen Schulordnung für die Stadt und Landschulen“ ein reguläres öffentliches Schulwesen mit einer Schulpflicht. Die Gemeinde muss – gegen den Willen der Gemeindevertreter - ein Schulhaus bauen, das seit 1847 mehrmals erweitert werden muss.

Nach 1933 hält natürlich das nationalsozialistische Gedankengut Einzug in die Klassenzimmer. Bei einer Tagung des NS-Lehrerbundes 1934 in Sigmaringen wird in einer Vortragsreihe auf die Rassenideologie der Nazis eingestimmt. 1943 kommt eine 35-köpfige Schulklasse aus Duisburg nach Laiz- evakuiert vor befürchteten Bombenangriffen.

Durch die starke Zunahme der Laizer Bevölkerung seit Ende der 40er-Jahre wird ein Schulneubau notwendig, den die Laizer 1960 einweihen. 1971 wird die Laizer Schule zur Nachbarschaftshauptschule. Mitte der 80er-Jahre müssen manche Schüler über 19 Kilometer Anfahrtsweg in Kauf nehmen. Die 1996 eingeführte Werkrealschule wird aufgrund zurückgehender Schülerzahlen 2009 nach Sigmaringen verlegt.

Kirchengeschichte

Im 19. Jahrhundert sind an der Laizer Pfarrkirche zahlreiche Reparaturen notwendig, die aber mangels Geld nur schleppend behoben werden können. Erst 1887 wird die Kirche restauriert und ein neues Pfarrhaus entsteht. In der Nazizeit machen Repressionen das kirchliche Leben schwierig. Im ersten und zweiten Weltkrieg werden die Glocken zu Kanonen umgeschmolzen. Im Juni 1949 gibt es dann drei neue Glocken. Bis in die Gegenwart gibt es immer wieder dringende Renovierungsarbeiten. 1972 wird ein neuer Friedhof eingeweiht.

Die Laizer Pfarrkirche St. Peter und Paul verfügt über zahlreiche sakrale Kunstwerke der Gotik und des Barock. Besondere Attraktionen sind die Chorfresken aus der Zeit um 1430 sowie die Chorbilder und Fresken des Sigmaringer Barockmalers Meinrad von Au. Wertvoll sind auch der Gnadenaltar und der Magdalenenaltar. Darüber hinaus verfügt die Kirche über mehrere bedeutende figürliche Werke, darunter diverse Madonnendarstellungen sowie einige interessante Grabmale.

Von 1923 bis 1994 sind die Kreuzschwestern von Hegne in Laiz aktiv. Sie betreuen die private Krankenpflege, den Kindergarten sowie die Näh- und Industrieschule. Später übernehmen sie auch die Pflege in Inzigkofen, Gutenstein und Thiergarten. 1941 müssen die Schwestern auf Druck der Nationalsozialisten Kindergarten und Industrieschule bis 1945 verlassen. Der Kindergarten wird inzwischen von der katholischen Gemeinde getragen. 1973 wird nach dem Rückzug der letzten Nähschwester die Nähschule aufgegeben.

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