SRH-Krankenhaus soll neues Parksystem bekommen

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Anna-Lena Buchmaier

Die Parkplatzsituation am SRH-Krankenhaus Sigmaringen ist für Besucher ein Ärgernis. Häufig sind die Parkplätze belegt, und Autos werden auf der an den Parkplatz grenzenden Wendeplatte im absoluten Halteverbot abgestellt. Nicht nur Klinikbesucher, sondern auch Berufsschüler der Bertha-Benz-Schule und der Ludwig-Erhard-Schule nutzen den kostenlosen Krankenhausparkplatz regelmäßig. „Die Patientenzahlen wachsen, und es kommen immer mehr Schüler mit dem Auto“, sagt der technische Leiter des Klinikums, Armin Augustin. In Ferienzeiten entspanne sich die Parkplatzsituation am Krankenhaus deutlich.

Da der Landkreis sowohl Träger der Berufsschulen als auch des Krankenhauses ist, sind die Berufsschüler dort auch geduldet. „Aber an uns wird auch oft deswegen Kritik herangetragen“, sagt Augustin.

Eine Frage der Finanzierung

Doch es zeichnen sich Veränderungen ab: „Die Parkierung am Krankenhaus wird bald grundlegend überarbeitet“, sagt Augustin. „Das ganze Konzept steht zur Diskussion.“ Im Zuge der Umbaumaßnahmen des Klinikums, die für Mitte des nächsten Jahres angesetzt sind, soll auch der Parkplatz umgestaltet werden. Dafür stünden verschiedene Varianten zur Debatte, zu denen sich Augustin noch nicht äußern darf. „Es ist noch eine Frage der Finanzierung. Und erst müssen alle Entscheidungsträger eingebunden werden“, sagt er. Vom Parken zum Nulltarif bis hin zum bezahlten Parken sei aber prinzipiell alles denkbar. Die Anzahl der vorhandenen Parkplätze soll vergrößert werden. Wie sich das räumlich gestaltet, bleibt aber ebenfalls noch geheim. „Wir wollen einen gemeinsamen Weg finden.“

Das Problem: Am Kreisel in der Nähe des Eingangs, wo Taxis halten, darf man eigentlich nicht parken. Während an der Wendeplatte, die einen öffentlichen Status hat, zweimal pro Woche das Ordnungsamt vorbeischaut und Falschparkern ein Knöllchen verpasst, gilt der Kreisel am Eingang als privates Gelände und entzieht sich der Zuständigkeit des Ordnungsamtes.

Deswegen muss die Polizei gerufen werden, wenn Rettungszufahrten blockiert werden oder es einen erheblichen Verstoß gegen Sicherheitsvorschriften gibt. Wegen jedes Parkverstoßes könne man sich aber nicht gleich an die Polizei wenden. „Es ist schwer zu beurteilen, wer dort warum wie lange parkt“, sagt Augustin. „Wenn wir beobachten, dass dort ein Auto häufig parkt, rufen wir die Polizei.“

Am Kreisel dürfen Fahrzeuge nur kurzzeitig halten, beispielsweise für die Anlieferung nicht-gehfähiger Patienten. Das könne auch mal einige Minuten oder Stunden dauern, wenn Angehörige den Patienten noch ins Krankenhaus begleiten.

Laut Augustin wird die Parksituation jedoch „vom Einen oder Anderen missbraucht“. Drei Behindertenparkplätze gibt es am Kreisel, die aber nur derjenige nutzen darf, der den Zusatz „außerordentlich gehbehindert“ im Behindertenausweis vorweisen kann, was laut Hans Heller, Kreisbehindertenbeauftragter, bei den wenigsten Menschen mit Behinderung der Fall ist.

Viele Gehbehinderte, die diesen Status nicht nachweisen können, müssen also im Umkehrschluss in Kauf nehmen, keinen öffentlichen Parkplatz zu finden und daher unter Umständen weit laufen.

Jürgen Sprengelmeyer unterstützt ab sofort SRH-Geschäftsführer Werner Stalla, bis ein neuer Geschäftsführer für die drei SRH-Kliniken im Landkreis Sigmaringen gefunden ist.
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