Sparkassen-Soiree eröffnet mit jungen Künstlern

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Susanne Grimm

Mit einem beeindruckenden Konzert haben junge Künstler aus Sigmaringen und Umgebung am Samstag im Sparkassen-Forum Hofgarten die Sparkassen-Soiree 2019 eröffnet. Dabei legten sechs hochtalentierte Nachwuchskünstler Zeugnis von der außergewöhnlich guten Grundlagenarbeit ab, die sie als Schüler der Städtischen Musikschulen Sigmaringen und Albstadt erfahren haben.

Dieses Engagement hob Michael Hahn, Vorsitzender der Landesbank Kreissparkasse, bei seiner Begrüßung hervor. Der Hauptsponsor und Namensgeber der Konzertreihe freute sich, dass die jungen Leute der Einladung gefolgt sind. „Wir sind dankbar, dass sich die Musiker für den Auftritt Zeit nehmen. Ich habe besonderen Respekt vor ihrem engen Stundenplan mit Schule, Musikhochschule und vielen, vielen Übungsstunden“, sagte Hahn und kündigte an: „Wir dürfen uns auf ein Konzert mit hohem Niveau freuen.“

Brüder stimmen Klassiker von Wieniawski an

Hahn ließ es sich nicht nehmen, die Jungmusiker einzeln vorzustellen, nachdem er sich bei der Gesellschaft für Kunst und Kultur Sigmaringen, kurz „KuKu“, für die Organisation bedankt hatte. Den Auftakt machten die Brüder Nicholas, 22 Jahre, und Gregory Ciesla, 19 Jahre, an der Geige mit den Klassikern „Etudes Caprices“ Opus 18 von Henryk Wieniawski und dem „Duo Concertante“ Opus 67 von Louis Spohr. Beide hatten ihre Ausbildung in den Musikschulen Sigmaringen und Albstadt, danach in Freiburg, absolviert. Sie studieren an der Musikhochschule in Karlsruhe. Daneben spielt der Ältere im Landesorchester und Gregory im Bundesjugendorchester. Die Besucher faszinierte neben dem Hörgenuss die Fingerfertigkeit der Geiger.

Aber auch die 17-jährige Julia Wetzel aus Inzigkofen konnte in der „Disziplin der schnellen Finger“ locker mithalten. Ihr Instrument war jedoch die Blockflöte, mit der sie das „Konzert für Blockflöte und Streicher“ von Johann Friedrich Fasch spielte, begleitet von Volker Bals am Cembalo. Das Mädchen macht derzeit ihr Abitur, hat ihre Kunst ebenfalls in der Musikschule Sigmaringen erworben und ist derzeit an der Staatlichen Hochschule für Musik in Trossingen. Außerdem kann sie den ersten Preis beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ ihr eigen nennen. Wie kreativ die Musikerin ist, zeigte sie mit einer Eigenkomposition, in der sie den Abiturstress auf virtuose und gleichzeitig witzige Art und Weise verarbeitete.

Leider nur einen einzigen Auftritt hatte der 16-jährige Julian Schroth aus Sigmaringen, der sein Talent ebenfalls unter den Fittichen der Musikschule Sigmaringen entfaltet hat. „Ghanaia“ hieß das Stück, das der junge Mann am Marimbaphon intonierte.

Mit Jazztrompeter Jeremias Fangauer aus Oberschmeien und Trompetensolist Christopher Brodmann aus Sigmaringen gab es dann unabhängig voneinander tüchtig was auf die Ohren. Der 19-jährige Brodmann, ebenfalls ein erster Preisträger beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“, offerierte dem Publikum die „Legende de Larmor“ von Alexandre Georges sowie das klassische Trompetenkonzert von Josef Haydn und den ersten Satz des „Trumpet-Concerto“ des zeitgenössischen Komponisten Eric Morales, jeweils am Klavier begleitet von Chiaki Nagata.

In einem ganz anderen Genre brillierte der 17-jährige Fangauer. Seine Liebe galt dem Jazz, was er mit Hingabe unter anderem bei „So what“ und „Blue in green“ von Miles David zeigte. „Warum fühlt sich ein so junger Mensch zum Jazz hingezogen, ist das nicht eher was für abgeklärtere Semester?“

Verbindung zur Musik der Schwarzen Amerikas

Die Frage regte den Vorsitzenden des KuKu, Siegfried Gerhardt, zum Schmunzeln an. „Genau genommen ist diese Musikrichtung ursprünglich ein Ausdruck des Protests der Schwarzen Amerikas, also durchaus etwas, das zur Jugend gehört“. Dass er diese Verbindung spürt, war jedenfalls für die Zuschauer hörbar.

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