„Sonnengesang“ erklingt a capella

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Stolz bedanken sich die Chormitglieder beim Publikum.
Stolz bedanken sich die Chormitglieder beim Publikum. (Foto: Krönert)
Schwäbische Zeitung
Cäcilia Krönert

Der Kammerchor Ebingen unter der Leitung von Brigitte Wendeberg hat den berühmten Sonnengesang „Laudato si“ des heiligen Franz von Assisi zum Vortrag gebracht. Rund 90 Gäste lauschten in der evangelischen Stadtkirche in Sigmaringen den besonderen Klängen des A-capella-Gesangs in der modernen Fassung des zeitgenössischen tschechischen Komponisten Petr Eben.

Langsam zogen die 18 Sängerinnen und acht Sänger in die Kirche ein, sangen einen Psalm, der nächste Psalm wurde von Sibylle Biermann-Rau gelesen, so ging es abwechselnd mehrere Male. Bei jedem Gesang zogen alle Sänger weiter, bis sie zum Schluss Stellung im Altarbereich genommen hatten. Sukwon Lee, Kantor der evangelischen Kirche Sigmaringen, begrüßte den Chor und die vielen Gäste.

Mit präzisen Zeichen verstand es die Dirigentin und Chorleiterin Brigitte Wendeberg, den Chor zu Höchstleistungen und zu dynamischen Akzentsetzungen im Gesang zu führen. Zu Gehör kamen „Coeli enarrant“ von Lambert de Sayve, Motetten aus „Zwölf geistliche Gesänge“ von Heinrich Schütz.

Hartmut Burgmann, der als junger Mann in Ebingen lebte und als Klavierbauer wirkte, ließ sich von dem afrikanischen Gebet „Ich werfe meine Freude wie Vögel an den Himmel“ zu der gleichnamigen Motette anregen. Den Psalm 150 vertonte der deutsche Komponist und Kirchenmusikdirektor Rolf Schweizer mit Elementen aus dem Jazz. Gesänge aus dem 17. bis 20. Jahrhundert ertönten rund 60 Minuten und sorgten beim Publikum für ein besonderes Klangerlebnis.

Das „Cantico delle creature“ des tschechischen Komponisten Petr Eben erhob sich als vierstimmiger Gesang in die Lüfte des Gotteshauses. Immer wieder las Sibylle Biermann-Rau Verse und Psalmen vor und rundete den dynamischen Gesang perfekt ab. „Ich habe selbst einmal in dem Chor mitgesungen und freue mich sehr, diesen besonderen Kammerchor heute hier zu haben“, erklärte Kantor Sukwon Lee nach dem Konzert.

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