Soldaten tragen Uniformen des Kürassier-Regiments

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 Soldaten in der Hedinger Krippe tragen Uniformen des Kürassier-Regiments.
Soldaten in der Hedinger Krippe tragen Uniformen des Kürassier-Regiments. (Foto: Michael Hescheler)
Schwäbische Zeitung

Die seltene Simultankrippe mit 175 Einzelteilen, die größtenteils noch aus der Barockzeit stammen, ist noch mindestens bis Sonntag, 13. Januar, in der Hedinger Kirche zu sehen. Seit knapp 50 Jahren öffnet die Fürstenfamilie Hohenzollern zur Weihnachtszeit die Pforten ihrer Grabkirche in der Karlstraße, täglich zwischen 13 und 16 Uhr für eine Weihnachts-Szenerie: die rund 250 Jahre alte und 20 Quadratmeter große Weihnachtskrippe aus der Barockzeit.

Bei Krippenkennern und Kunstliebhabern ist die Simultankrippe aus dem 18. Jahrhundert überregional bekannt, denn sie ist lebendige Zeitgeschichte in Bildern. Eine Geschichte, die nicht nur von der Geburt Christi im Stall von Bethlehem erzählt, sondern auch viel über die Zeit verrät, in der das prachtvolle Kunstwerk aus Holz entstand. Erstaunlich ist nicht nur die Größe der Figuren von 40 bis 60 Zentimetern, sondern auch ihre Ausstattung.Auch wenn biblische Geschichten dargestellt werden, die Figuren selbst sind ein barockes Sittengemälde. Neben Damen in pompösen Reifröcken und gepuderten Perücken werden brave Bürgersleute und das Landvolk in der zeitgenössischen Kleidung gezeigt.

Während die Köpfe und Hände der Figuren aus bemaltem Holz gefertigt wurden, bestehen die Gewänder aus echtem Stoff. Eine Besonderheit ist es, dass einer der dargestellten Soldaten sogar mit einer Uniform ausgestattet ist, wie sie die Angehörigen des Kreiskürassier-Regiments Hohenzollern im 18. Jahrhundert getragen haben. Allein 64 Krippenfiguren gilt es insgesamt zu entdecken. Tatsächlich soll die Krippe im 19. Jahrhundert ergänzt worden sein, bevor sie 1893 erstmals wieder gezeigt wurde.

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