Sigmaringer Landtagsabgeordnete sucht das Gespräch mit Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit

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Die Landtagsabgeordnete Andrea Bogner-Unden (erste Reihe, Zweite von rechts) trifft in der LEA Ehrenamtliche.
Die Landtagsabgeordnete Andrea Bogner-Unden (erste Reihe, Zweite von rechts) trifft in der LEA Ehrenamtliche. (Foto: Ina Schultz)
Schwäbische Zeitung

Ehrenamtliche Helfer des DRK und der Caritas haben sich im Begegnungscafé der Landeserstaufnahme mit Andrea Bogner-Unden, Landtagsabgeordnete der Grünen, zum Gespräch über ihre Arbeit in der Flüchtlingshilfe getroffen.

Bogner-Unden gratulierte zunächst zum zwölften Platz beim Deutschen Ehrenamtspreis (wir berichteten). Sie betonte: „ Ihr bürgerliches Engagement ist ein Gewinn für die ganze Gesellschaft und die lebendige Grundlage unserer Demokratie. Wir brauchen Sie, wenn Integration von Menschen in unsere Gemeinschaft gelingen soll, und wir brauchen Sie auch für den Erhalt und die Weitergabe unserer kulturellen Werte. Ich weiß nicht, wie unsere Gesellschaft aussehen würde, wenn es Ihren ehrenamtlichen Einsatz nicht gäbe.“

Sie selbst sei auch aktiv und unterstütze und berate mehrere Flüchtlinge. „Ich denke, dass es wichtig ist, bei jeder Gelegenheit zu betonen, dass es sich bei den Flüchtlingen um Menschen handelt, die sehr viel durchgemacht haben, die unsere Unterstützung und unsere Aufmerksamkeit brauchen“, so die Politikerin.

Nach der Begrüßung gab Bogner-Unden den Anwesenden einen Überblick zu ihrer politischen Arbeit. Das grüne Sozialministerium habe 1000 Stellen für Integrationsmanager ins Leben gerufen. Für den Kreis Sigmaringen stünden davon 4,9 Stellen zur Verfügung. Auch das Thema Bahnhof und die daraus entstehenden Probleme wurden angesprochen. Bogner-Unden sei im Kontakt mit Polizeipräsident Sigg und Staatssekretär Jäger um über die Sicherheitslage in Sigmaringen zu sprechen, wobei die Abgeordnete betonte, dass die Gruppe der Störer unter den Flüchtlingen nur klein sei, aber natürlich großen Wirbel mache.

Die anwesenden ehrenamtlichen Helfer äußerten sich dahingehend, dass es sehr schade sei, dass die durch einzelne Personen verursachten Unruhen alle Flüchtlinge in der Öffentlichkeit in ein schlechtes Licht rückten. Die Flüchtlinge selbst seien darüber auch sehr betroffen und traurig.

Bei der anschließenden Diskussion und Fragerunde konnten die Ehrenamtlichen ihre Anliegen und Fragen an Bogner-Unden richten. Ein großes Thema war hierbei die Arbeitsplatzsuche der Flüchtlinge. Gesucht werden in Deutschland Auszubildende und Fachkräfte für das Handwerk und die Industrie. Festzustellen sei, dass Betriebe durchaus bereit seien, Flüchtlinge einzustellen oder auszubilden. Oft scheitere es an der Anerkennung von Zeugnissen oder ganz banal daran, dass es nicht möglich wäre, mit öffentlichen Verkehrsmitteln die Betriebe zu erreichen.

Die Akademie für Gesundheit und Soziales in Laiz biete eine Ausbildung zum Altenpflegehelfer gekoppelt mit einem Deutschkurs an. Dieses Modell wäre für weitere Ausbildungsberufe wünschenswert und könnte beispielsweise im Ausbildungszentrum Bau auch eingeführt werden. Von Seiten der Ehrenamtlichen aus der Landeserstaufnahme wurde bemängelt, dass die Flüchtlinge während ihres oft langen Aufenthalts zum Nichtstun verdonnert seien. Erklärter Wunsch ist es, den Menschen eine Struktur für den Alltag bieten zu können und sie gleichzeitig auf das Leben in Deutschland vorzubereiten.

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