Strafzettel droht: Aldi filmt bald die Kennzeichen seiner Kunden

 Seit einigen Tagen weist ein Schild am Sigmaringer Aldi-Parkplatz auf ein neues Parksystem hin. Die Kennzeichen der einfahrende
Seit einigen Tagen weist ein Schild am Sigmaringer Aldi-Parkplatz auf ein neues Parksystem hin. Die Kennzeichen der einfahrenden Autos werden mit der Kamera erfasst. Wer länger als zwei Stunden auf dem Parkplatz steht, muss mit einem Knöllchen rechnen. (Foto: Fotos: Patrick Laabs (2), Better Park (1))
Newsdeskmanager

Aufgepasst: Seit einigen Tagen weist ein Schild Autofahrer bei der Einfahrt auf den Sigmaringer Aldi-Parkplatz auf ein neues Parksystem hin.

Konnten die Sigmaringer den Parkplatz bislang nicht nur zum Einkaufen, sondern theoretisch auch für ausgedehnte Spaziergänge an der Donau nutzen, ist dies künftig nicht mehr so einfach möglich. Wer mit seinem Auto länger als zwei Stunden steht, bekommt einen Strafzettel – und muss 25 Euro bezahlen.

Hilfe durch externe Firma

Um herauszufinden, welcher Autofahrer die erlaubte Parkzeit überschreitet, hat sich Aldi Süd Hilfe bei der Stuttgarter Firma Better Park geholt, die seit zweieinhalb Jahren mit einer modernen Technik auf dem Markt ist: „Mithilfe einer Kamera wird jedes Autokennzeichen sowohl bei der Ein- als auch der Ausfahrt erfasst“, sagt Better Park-Geschäftsführer Sebastian Löffler.

Die Parkscheibe etwa ist total ungerecht. Sebastian Löffler

Wer zu lange parkt, lande auf einer „digitalen schwarzen Liste“, erklärt Löffler mit einem Augenzwinkern. Im weiteren Verlauf werden Better Park-Mitarbeiter in der Stuttgarter Firmenzentrale aktiv, die sich die entsprechenden Bilder anschauen – und dann mithilfe eines Abgleichs mit den Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes Knöllchen verschicken.

An den Datenschutz gedacht

„Die Stärke dieses Parksystems ist, dass es fairer als alle anderen Systeme ist“, ist Löffler überzeugt, denn: „Die Parkscheibe etwa ist total ungerecht. Hier zahlen 90 Prozent der Menschen einen Strafzettel, weil sie die Scheibe einfach vergessen haben – und nicht, weil sie die Parkzeit überschritten haben.“

Das große Thema Datenschutz habe die Firma Better Park gut im Griff: „Die Bilder von den Kennzeichen werden umgehend gelöscht, sobald ein Auto die Zwei-Stunden-Marke unterschreitet“, sagt Löffler. Und auch im Fall, dass es zu einer Kontaktnachverfolgung und einem Knöllchen komme, würden die Bilder direkt nach Erledigung der Aufgabe gelöscht.

Aldi Süd sagt mit der Zusammenarbeit mit der Firma Better Park den Langzeitparkern den Kampf an, die den Aldi-Parkplatz nutzen, ohne dort auch einzukaufen. „Die Filiale in Sigmaringen liegt in der Nähe des Schlosses. Das ist beispielsweise ein Grund, weshalb der Parkplatz oftmals von Fremdparkern genutzt wird. Für unsere Kunden stehen dann nur wenige Parkplätze zur Verfügung“, erklärt Anna-Maria Lennertz, Pressereferentin bei der Unternehmensgruppe Aldi Süd.

Testphase beginnt am 16. Mai

Die Firma Better Park hat das Kamera-System zur Parkraumüberwachung und die entsprechende Beschilderung in der vergangenen Woche montiert. „Zum jetzigen Zeitpunkt sind die Systeme noch nicht aktiv. Aktuell befinden wir uns in einer Übergangsphase, in der wir testen, ob die Kunden die Veränderung wahrnehmen, und inwiefern weiterer Informationsbedarf besteht“, sagt Lennertz.

Ab Montag, 16. Mai, beginne dann eine zweiwöchige Testphase, „in der wir prüfen, wie viele Verstöße eingehen“, sagt die Pressereferentin. Sollte dabei festgestellt werden, dass weiterer Informationsbedarf bestehe, wolle Aldi Süd für die Kunden nachrüsten. Die eigentliche Kontrolle durch Better Park starte erst Ende Mai.

Sebastian Löffler hat die Firma Better Park im Dezember 2019 mit seinem Freund aus Kindheitstagen Andreas Brehm gegründet. Mittlerweile sind die Kameras an 300 Einsatzorten deutschlandweit aufgestellt, nicht nur im Handel, sondern auch in Parkhäusern, bei Hotels oder in Banken: „Die Sigmaringer Aldi-Filiale ist mittlerweile eine von Dutzenden Aldi-Filialen im Land, mit der wir zusammenarbeiten“, sagt Löffler, der Pilot sei eine Filiale in Horb gewesen.

Die Firma wächst und beschäftigt laut Löffler aktuell rund 20 festangestellte Mitarbeiter.

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