Streber oder Faulenzer? So schneiden Bareiß und Mesarosch beim Abgeordneten-Check ab

 Thomas Bareiß (links)schneidet im Gegensatz zu Robin Mesarosch nicht so gut ab.
Thomas Bareiß (links)schneidet im Gegensatz zu Robin Mesarosch nicht so gut ab. (Foto: Christophe Gateau/Tobias Koch)
Redakteurin Sigmaringen

Von sehr gut bis ungenügend – die Internetseite Abgeordnetenwatch hat die Bundestagsabgeordneten in Deutschland benotet. Auch die beiden Abgeordneten des Wahlkreises Zollernalb-Sigmaringen sind gelistet, und sie haben sehr unterschiedlich abgeschnitten. Während SPD-Politiker Robin Mesarosch ein sehr gut bekommt und unter den Landesabgeordneten Platz 53 holt, landet Thomas Bareiß (CDU) mit Note 6 auf Platz 88.

Maßstab für die Bewertung ist das Antwort-Verhalten der Politiker auf der Plattform. Wer viele Fragen bekommt und sie alle beantwortet, schneidet besser ab, wer gar nicht antwortet, erhält ein ungenügend. In letzteres Raster gehört Thomas Bareiß. Drei Anfragen hat er dieses Jahr bekommen, allerdings auf keine reagiert.

Sorge um Umgang mit Daten

Im Gespräch mit Schwäbische.de begründet der Politiker sein Stillschweigen auf der Plattform mit Skepsis gegenüber dem Portal.

Ich sehe es nicht ein, dort zu antworten. Thomas Bareiß

Er habe einiges über die Gründer gelesen und zum einen Sorge, wie sie mit sensiblen Daten derjenigen umgehen, die sich dort melden, zum anderen halte er sehr viel mehr davon, mit den Menschen direkt ins Gespräch zu gehen. „Es gibt Tausend Möglichkeiten, mich zu kontaktieren, Mail, Telefon, Instagram, Facebook, da beantworte ich alle Fragen“, sagt er.

Sein Eindruck ist, dass auf dem Portal überwiegend Menschen anfragen, die nicht aus dem Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen kommen, und auch sie habe er im Anschluss kontaktiert und angeboten, sich direkt auszutauschen. Darüber hinaus biete er für Menschen aus seinem Wahlkreis einmal im Quartal in Albstadt und Sigmaringen eine Sprechstunde an.

Bareiß ist Note gewöhnt

„Ich kann zwar vielleicht nicht immer schnell und zufriedenstellend antworten, nehme mich der Themen aber trotzdem immer an“, verspricht er. Die Note auf der Plattform ist er bereits gewöhnt. „Ich bekomme jedes Jahr eine sechs“, sagt er, „aber ich sehe es nicht ein, dort zu antworten.“

Robin Mesarosch hat mehr für seine Bewertung auf der Internetseite getan: Seine drei Anfragen hat er beantwortet, Note eins. Dass er eine Frage erhalten hat, erfahre er per E-Mail und reagiere entsprechend zügig. „Viele, die sonst eine Hürde hätten, Kontakt zu mir aufzunehmen, haben eine niedrigere Hürde auf der Plattform“, mutmaßt Mesarosch.

Abgeordneter sein ist kein Quiz. Robin Mesarosch

Mit seiner Note halte er sich aber nicht allzu sehr auf. „Abgeordneter sein ist kein Quiz, es geht ja darum, die Probleme, die dahinter stecken, zu lösen“, sagt er. Deshalb suche auch er die Gespräche mit den Menschen, möglichst sogar persönlich. Eine Sprechstunde habe er aber nicht. „Das ist nicht meins“, sagt er. Viel mehr mache er separate Treffen aus, wenn sich das zeitlich ergibt.

Etliche Fragen beantwortet er aber per Mail, telefonisch oder über die sozialen Medien. Außerdem klingele er regelmäßig an den Haustüren im Wahlkreis. Daraus ergebe sich meistens etwas. „Mein Ziel ist es, das künftig einmal pro Woche zu machen“, so Mesarosch. Abgeordnetenwatch findet er trotzdem praktisch: „Viele sehen die Antwort und hatten vielleicht vorher eine ähnliche Frage.“

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