Seit 25 Jahren ist der Dienstag Lauftag

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 Nach dem Lauf gibt es einen Gin als „Sundowner“.
Nach dem Lauf gibt es einen Gin als „Sundowner“. (Foto: Privat)
Schwäbische Zeitung

Die Sigmaringer Laufgruppe „Dienstagsläufer“ feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Die Anfänge der Gruppe gehen weit in die achtziger Jahre zurück. Zunächst unverbindlich und in unregelmäßigen Abständen, treffen sich die Hobby-Läufer ab dem Jahr 1993 regelmäßig.

Rund zehn Läufer sind es, die sich bis heute jeden Dienstag zum lockeren Lauf in schöner Umgebung treffen. Logisch, dass dabei auch das ein oder andere Schwätzchen gehalten wird, schreibt die Laufgruppe in einer Mitteilung. Die Gruppe wächst zusammen, nicht nur sportlich, sondern auch privat. Diese Entwicklung bleibt nicht ohne Folgen: Mittlerweile hat sich der sogenannte „Sundowner“ im Läuferkreis eingebürgert: Ein Gintonic, getrunken nach absolvierter Laufrunde bei den letzten Strahlen der untergehenden Sonne auf einem markanten Felsen mit Blick auf die Donau. „Da kommt Stimmung auf“, schreiben die Läufer.

Den Dienstagsläufern liegt die naheliegende Idee zugrunde, einmal wöchentlich einen körperlichen Ausgleich zum monotonen oder stressigen Berufsleben zu schaffen, schreibt die Gruppe in ihrer Mitteilung weiter. „Ich blicke gerne auf diese Zeit zurück. Für mich war das der optimale Ausgleich nach einem anstrengenden Sitzungstag in Sigmaringen. Es war geistige Entspannung durch körperliche Anstrengung in landschaftlich sehr schöner Umgebung“, wird Reiner Müller darin zitiert, der neun Jahre lang aktives Mitglied der Dienstagsläufer war.

Initiator, Leitwolf und Organisator ist Jürgen Dorner. Einen Unterstützer fand er in Heiner Schuler. Beide kannten sich gut aus in der erwachenden deutschen Laufszene. Besonders Heiner Schuler inspirierte immer wieder durch Vorschläge zur Teilnahme an auswärtigen Laufevents. So kam es zu einer anregenden Mischung zwischen den regelmäßigen Läufen auf heimischen Strecken und Stippvisiten nach Karlsruhe, München, Berlin, Köln oder Frankfurt.

Nach der Wendezeit 1989 zeigte sich Heiner Schuler fasziniert vom Sportgeschehen, speziell dem Laufsport in den neuen Bundesländern. Als einer der ersten aus der Region nahm er an dem legendären Gutsmuths-Rennsteig-Lauf entlang des Höhengrates des Thüringer Waldes teil. Auch vor dem schweren Brocken Lauf im Harz scheute er nicht zurück. Seine begeisternden Berichte regten Laufkameraden zu Hause dazu an, es ihm gleich zu tun. Einer davon brachte es in der Folge auf zehn Starts beim anspruchsvollen Trail über den Thüringer Bergrücken.

Auch in den Vereinigten Staaten waren die Läufer bereits

Ermutigt durch solche Anfangserfolge, schafften einige der Dienstagsläufer sogar den Sprung über den großen Teich in die Staaten oder nach Kanada, Australien und Hawaii. „Solche externen Abenteuer zehren zwar an der Substanz der Akteure, man freut sich aber auch wieder, seine Runden im vertrauten Kreis auf heimischen Terrain zu drehen und sich mit den Lauffreunden austauschen zu können. Denn auch Sigmaringen verfügt über eine ideale Laufumgebung mit einer großen Auswahl an Strecken und Trails jeglicher Länge und Schwierigkeit“, schreibt die Laufgruppe.

„Neben dem Sport ist es vor allem das soziale Element, das uns mit einander verbindet“, heißt es von der Gruppe. Jeder könne beim Lauf nach seinem Bedürfnis seine Geschichte erzählen oder sein Befinden ausdrücken, ohne befürchten zu müssen, dass am nächsten Tag ganz Sigmaringen darüber Bescheid weiß. „Über die Achillesferse und sonstige Wehwehchen schwätzen wir genauso wie über Tagesaktualitäten oder die hohe Politik.“

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